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Beitrag von Walter Markert, 14.05.2012, 13:48

Paracetamol – Mittel der Wahl gegen rheumatische Schmerzen

Rheumatologen aus 17 Ländern kommen in einer jüngst veröffentlichten Studie* zu dem Ergebnis, dass Paracetamol das Mittel der Wahl zur Behandlung von Schmerzen bei entzündlicher bzw. bei rheumatischer Arthritis ist. Mit dieser Studie wollen die Mediziner Fachärzten zukünftig international einheitlichere Empfehlungen zur Behandlung von Schmerzen bei Rheumapatienten an die Hand geben.

Der Wirkstoff Paracetamol ist ein effektives und sicheres Mittel gegen Schmerzen, die durch entzündliche Gelenkerkrankungen hervorgerufen werden. Zu diesem Schluss kommt eine internationale Expertengruppe nach Auswertung einer breiten Datenbasis: Die Rheumatologen von Toronto bis Erlangen hatten über zwei Jahre lang insgesamt 49.242 Literaturverweise aus 167 relevanten Studien zur Bewertung der Schmerztherapie von entzündlicher Arthritis analysiert. Diese Gruppe von Erkrankungen umfasst überwiegend chronisch verlaufende Gelenkentzündungen, die vielfach mit Autoimmunerkrankungen assoziiert sind. Die rheumatoide Arthritis bzw. das "Rheuma" stellt deren Hauptvertreter dar.

453 Rheumatologen waren an der Initiative beteiligt. Ihr Ziel war es, evidenzbasierte Behandlungsleitlinien zu entwickeln. Durch die Aus- und Bewertung relevanter wissenschaftlicher Studien konnten Behandlungsempfehlungen von hoher Aussagekraft formuliert werden. Unter den Experten herrscht ein hohes Maß an Einigkeit darüber, dass Paracetamol ein sicheres und wirksames Analgetikum ist. Deswegen wird der Wirkstoff auch offiziell gegen anhaltende Schmerzen bei entzündlicher Arthritis empfohlen. Die Dosierungen variieren allerdings von Land zu Land. Die Mediziner raten, sich an nationale Vorgaben zu halten.

Auch Schwangere, die an der Erkrankung leiden, können sicher mit Paracetamol behandelt werden. Bei Patienten mit Begleiterkrankungen des Verdauungstraktes sowie jenen mit Gefäß- oder Nierenleiden ist Paracetamol sogar Mittel der ersten Wahl in der Schmerzbehandlung, so die Rheumatologen. Nicht-steroidale-Antiphlogistika (NSAID) wie Diclofenac oder ASS sollten gerade bei diesen Risikogruppen zurückhaltend eingesetzt werden.

Des Weiteren empfehlen die Fachärzte, auf eine systematische Gabe von Glucokortikoiden (Cortison-Präparate) in der Schmerztherapie zu verzichten, solange keine Entzündungszeichen (Schwellung, Überwärmung, u.ä.) auftreten. Eine weitere wissenschaftliche Erkenntnis betrifft die kombinierte Behandlung von Paracetamol bzw. NSAIDs mit dem gebräuchlichen Rheumatherapeutikum Methotrexat, die als sicher zu erachten ist.

*Originalquelle: Samuel L. Whittle et al., Rheumatology, Oxford University Press, im Auftrag der British Society for Rheumatology

 

Quelle:                    Hitradio MS One GmbH

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Themen: E-Mail Abo | Service | Gesundheit |
Tags:

rheuma,rheumatherapeutikum,paracetamol,schmerzbehandlung

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