Beitrag von Martin Schmidt, 14.05.2008, 15:36
Wie wird man eine Algenplage wieder los?
Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen kann es passieren: Im Aquarium machen sich Algen breit. Diese unangenehme Situation hat beinahe jeder Aquarianer schon mindestens einmal in seinem Leben erlebt. Die folgenden drei Grundregeln sagen Ihnen, was Sie tun müssen, damit Sie die unerwünschten Algen schnell wieder loswerden.
1. Die Pflege: Regelmäßige Wasserwechsel sind das A und O eines intakten Aquariums. Frisches Wasser bringt neues Leben ins Aquarium und stärkt die Pflanzen, die den Algen die Nährstoffe rauben.
2. Die Wasserwerte: Kontrollieren Sie in der Anfangszeit regelmäßig die Wasserwerte oder überlassen Sie dies Ihrem Zoofachhändler. Bei einer Algenplage sollten Sie auf zwei Werte besonderes achten: Nitrat (NO 3) und Phosphat (PO 4).
Nitrat ist zwar für Fische und Pflanzen nicht giftig, aber es führt zu unerwünschtem Algenwachstum. Die Pflanzen verbrauchen zwar einen Teil des Nitrats, doch ist die Nitratkonzentation größer als der Verbrauch, lagert sich der Überschuss im Becken ab, wodurch ein verstärkter Algenwuchs absehbar ist.
Phosphate fördern ebenfalls den unliebsamen Algenwuchs. Die meisten Phosphate gelangen über das Fischfutter ins Wasser. Somit ernährt Futter, das von den Fischen nicht gefressen und am Boden oder im Filter zersetzt und abgebaut wird, letzlich auch die Algen mit.
Die Nitrat- als auch die Phosphatkonzentration können Sie durch regelmäßige Wasserwechsel reduzieren. Im Falle einer Algenplage reicht dies jedoch nicht mehr aus. Verwenden Sie zusätzliche Nitrat- und Phosphatreduzierer. Dabei handelt es sich in der Regel um eine kleine Beutel, deren spezielles Filtermaterial die unerwünschten Stoffe abgebaut. Das Material ist jedoch nach einer gewissen Zeit, die von Beckengröße und Wasserbelastung abhängig ist, erschöpft und muss regeneriert oder ausgetauscht werden.
Indirekt kann auch Nitrit (NO2) für ein erhöhtes Algenwachstum verantwortlich sein. Es entsteht durch bakterielle Abbauprozesse und wird weiter zu Nitrat abgebaut. Sorgen Sie deshalb dafür, dass auch der Nitrit-Wert möglichst gering bleibt.
3. Die Natur ist Ihr Freund: Vernichten Sie vorhandene Algen nicht mit Chemie. Greifen Sie stattdessen auf natürliche Mittel zurück – in der Natur gibt es für alles ein Gegenmittel. Die beste Waffe gegen Algen sind algenfressende Fische und Garnelen. Empfehlenswert sind der gestreifte Ohrgitterharnischwels (Otocinclus affinis) und die Amanogarnele (Caridina japonica, auch C. multidentata). Besonders die Amanogarnele ist eine effektive Verbündete bei der Algenreduzierung. Beide Arten sind Schwarmtiere und sollten deshalb nur in Gruppen ab fünf Tieren gehalten werden.
Amanaogarnele (Caridina japonica)
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