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Partnerschaft


Beitrag von Karin Mager, 31.07.2008, 10:56

Wie Sie mit Wertkonflikten umgehen können

Warum Sie zwischen Bedürfnis- und Wertkonflikten unterscheiden sollten , habe ich bereits erklärt. Sie wissen also, Ihr häufig geäußerter Wunsch an Ihre Partnerin nach einem weiblich-romantischem Outfit mit kurzem Rock und langen Haaren, den Ihre Lebensgefährtin Ihnen aber nicht erfüllen will, ist ein Wertkonflikt. Denn sie argumentiert: “Ich mag keine Röcke tragen. In Hosen fühle ich mich einfach wohler. Und die Haare trage ich kurz, weil ich mir damit besser gefalle. Und überhaupt ist das mein Körper!” - Was können Sie nun tun?

Wäre es ein Bedürfniskonflikt, denn würden Sie klugerweise beschreiben, wie sich das Verhalten des andern auf Sie auswirkt. Bei einem Wertkonflikt fehlen Ihnen dafür die Argumente. Typisch für einen Wertkonflikt ist ja, dass das Verhalten des andern keine direkten unmittelbaren Auswirkungen für uns hat. Wenn Ihre Partnerin lieber Hosen trägt und kurze Haare, dann mag Ihnen das zwar nicht gut gefallen. Doch es beeinträchtigt Sie nicht in Ihrem Wohlbefinden. Zumindest würden Sie Ihre Partnerin damit nicht zu einer Verhaltensänderung bewegen.

Daraus lässt sich die Regel ableiten:

Wenn unser Partner überhaupt nicht gewillt ist, unsere Beschwerde an seinem Verhalten zu akzeptierend und sich unsere Argumente wie an den Haaren herbeigezogen anhören, könnte es sich um einen Wertkonflikt handeln.

Welche Möglichkeiten haben wir, mit Wertkonflikten konstruktiv umzugehen?

Mit den Unterschieden leben lernen
Verhaltensweisen aufgrund verschiedener Wertvorstellungen mit Toleranz und Großzügigkeit zu akzeptieren ist sicher die energiesparendste und oft auch weiseste Herangehensweise. Doch nicht immer ist uns das möglich.

Beispiel: Nina ist überzeugte Christin, ihr Mann Richard Anhänger des Buddhismus. Zu Beginn ihrer Ehe versuchte noch jeder, den anderen von der eigenen Religion zu überzeugen. Inzwischen ist das kein Konfliktthema mehr.

Oft gibt es auch Wertkonflikte zum Thema Sauberkeit, Ordnunghalten, Pünktlichkeit.

Einfühlendes Zuhören
Durch einfühlende Gespräche können Menschen mehr Verständnis für die Wertvorstellungen des anderen entwickeln. Gleichzeitig verändern sich durch Gespräche, in denen beide sich gegenseitig zuhören und zu verstehen suchen auch die eigenen Wertvorstellungen.

Beispiel: Sie machen sich Sorgen, weil Ihr Partner über die Jahre immer mehr an Gewicht zunimmt und kaum noch Sport treibt. Sie machen sich Gedanken um seine Gesundheit. Durch ein einfühlsames Gespräch wird ihm das selbst bewusster. Er fängt an, regelmäßig zu joggen.

Konfrontieren einzelner Aspekte
Auch bei einem Wertkonflikt kann es Aspekte geben, wo Sie sich konkret beeinträchtigt fühlen in der Befriedigung eines Bedürfnisses. Dieser Aspekt kann wie bei einem Bedürfniskonflikt konfrontiert werden.

Beispiel: Ich mache mit einem Freund einen Kurz-Camping-Urlaub am Gardasee. Da er sich nicht viel aus gepflegter Garderobe macht, hat er nur sehr (nach)lässige sportliche Kleidung dabei. Ich wäre gern abends einmal in ein nobles Restaurant Essen gegangen. Als ich sehe, dass er nicht mal ein Jacket dabei hat, verzichte ich frustriert auf’s Ausgehen. Selbst mein Freund konnte nachvollziehen, dass ich etwas enttäuscht war.

Kleidungsgepflogenheiten sind zwar meistens Wertkonflikte, und meistens kommen wir nicht darum herum, unterschiedliche Wertvorstellungen zu akzeptieren. Doch es gibt Situationen, wo unterschiedliche Wertvorstellungen bewirken, dass ein Bedürfnis nicht befriedigt werden kann. In diesem Fall also der Wunsch, wenigstens einmal gepflegt abends Essen zu gehen.

Meinungsverschiedenheiten entstehen oft durch verschiedene Wertvorstellungen - zum Beispiel bezüglich Kleidung und äußerem Erscheinen, aber auch über Kindererziehung, Politik und Religion. Doch Wertkonflikte haben wir nur mit uns nahestehenden Personen. Und Bedürfniskonflikte entstehen, wenn zu den verschiedenen Wertvorstellungen noch hinzukommt, dass wir uns unmittelbar beeinträchtigt fühlen in der Befriedigung eines Bedürfnisses.

Wertvorstellungen beeinflussen durch
- eigenes “gutes” Beispiel
Beispiel: Sie bemühen sich um umweltbewusstes Verhalten und benutzen die S-Bahn statt dem Auto und hoffen, Ihr Partner verhält sich auch so umweltbewusst.

- kompetente Beratung
(wird noch erläutert)

Sich selbst ändern
Sie verändern Ihre eigenen Wertvorstellungen, z. B. durch Gespräche mit Freunden, Experten oder anderen Betroffenen.

Beispiel: Ihre Tochter will eine Schauspielschule besuchen. Sie sind sehr skeptisch, ob das eine gute Entscheidung ist, verändern Ihre Ansicht aber nachdem Sie mehr Informationen haben.

Die Beziehung verändern
Wenn Sie das Verhalten Ihres Gegenübers nicht zu Ihrer Zufriedenheit beeinflussen können und sich weiterhin gestört fühlen, bleibt Ihnen schließlich noch, die Beziehung zu verändern, z.B. durch mehr räumliche Distanz, seltenere Kontakte oder Trennung.

 

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Themen: E-Mail Abo | Partnerschaft |
Tags:

Wertkonflikte, Wertkonflikte lösen, Paarkonflikte, Konfliktbewältigung

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