Beitrag von Sigrid Ruth Stephenson, 24.12.2007, 14:37
Wie Kevin allein zu Haus - Weihnachten als Single glücklich
„Kevin allein zu Haus“ fanden die Zuschauer des Films witzig. Wer zu Weihnachten tatsächlich allein ist, empfindet anders: Es kann richtig wehtun. Zum Glück ist auch das eine Frage der Einstellung.
Sie haben mehrere Möglichkeiten: Schalten Sie das Herz aus und den Kopf ein. Viel verlangt zu Weihnachten, ich weiß. Fakt ist: Die Zahl der Single-Haushalte steigt seit den Siebziger Jahren kontinuierlich an. Viele Singles genießen ihr Leben. Es gibt keine nervenden Diskussionen über Alltägliches. Es stört niemanden, wenn man schnarcht oder erst mittags aus dem Bett kommt. Wer die erste eigene Bude besitzt, ist womöglich ausgesprochen froh, der mütterlichen Sorge, nicht selten als Einmischung empfunden, entkommen zu sein.
Leider schaltet sich gerade zu Weihnachten das Herz gegen unseren Willen heftig wieder ein. Flügge gewordene junge Menschen zieht es mit Macht zu Muttern zurück. Alte sehnen sich nach der guten alten Zeit. Der Grund: Rituale und Traditionen geben Halt.
Versinken Sie nicht in Selbstmitleid. Schaffen Sie sich neue Rituale. Vielleicht könnten Sie
1. den Heiligen Abend verschlafen? (Ach ne, das wäre doch wirklich zu blöd.)
2. den ganzen Tag vor dem Fernseher hocken? (Bloß nicht. Die senden doch jedes Jahr das gleiche.)
3. sich schnell mit der Familie versöhnen und mit einer Flasche Cognac im Arm auf der Matte stehen (Na ja …!)
4. sich von romantischen Gefühlen befreien und Ihre Wohnung renovieren oder Akten aufarbeiten (frustrierender Gedanke) oder
5. sich auf Menschen besinnen, die ebenfalls allein sind. (Gute Idee!)
Werden Sie aktiv und haben Sie Mut zur Improvisation. Mehr als zurückgewiesen werden können Sie nicht. Vielleicht können Sie Ihre Gänsekeule mit dem allein stehenden Nachbarn von oben teilen oder der kinderreichen Familie von nebenan anbieten, die kleineren Kinder zu hüten, bis die Bescherung vorbereitet ist.
Die Alternative: Genießen Sie bewusst das Alleinsein. Zünden Sie in Ihrem Bad 24 Teelichter an, legen eine Weihnachts-CD auf und nehmen ein Wannenbad mit einem Glas Sekt. Erinnern Sie sich an früher oder planen Sie das nächste Jahr. Danach leihen Sie sich irgendwo einen Hund aus und machen einen strammen zweistündigen Spaziergang. Das macht den Kopf frei.
Wenn Sie zurückkommen, ist Ihnen vielleicht klar geworden, was Sie sich wünschen fürs nächstes Jahr. Weihnachten allein zu Haus? Oder doch lieber zu zweit? Glück ist Entscheidungssache. Fröhliche Weihnachten!
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