Beitrag von dpa, 28.11.2008, 09:46
Wichtig für Winzer: Mostgewicht und Oechsle-Grad
Beim Trinken fällt der Blick selten auf die Angaben auf dem Etikett. Aber ob beispielsweise Qualitätswein, Kabinett, Spätlese oder Auslese aus einem Most wird, hängt vom sogenannten Oechsle-Grad ab.
Für jede Qualität gibt es Mindestanforderungen, erläutet das Deutsche Weininstitut in Mainz: So muss beispielsweise eine Auslese einen Oechsle-Grad je nach Anbaugebiet zwischen 83 und 100 haben.
Ebenso wie das Mostgewicht sagt der damit verbundene Oechsle-Grad vor allem etwas über die Süße eines Weins aus. Daraus lässt sich noch vor der Gärung der künftig maximal mögliche Alkoholgehalt eines Weins ableiten. «Daher wird vor allem in der Zeit, wenn der Winzer mit der Lese beginnen will, regelmäßig das Mostgewicht kontrolliert», erklärt Sprecher Ernst Büscher.
Winzer wissen dann: Je reifer eine Traube ist, desto höher ist ihr Zuckergehalt. Der wiederum bestimmt das Mostgewicht. Der Winzer ermittelt es, in dem er mit der Mostwaage die spezifische Dichte des Traubensaftes bestimmt. Diese wird in Relation zur Dichte des Wassers gesetzt und in «Grad Oechsle» gemessen: «Beträgt die Dichte beispielsweise 1,076, so handelt es sich um einen Most von 76 Grad Oechsle.»
Der Name führt von dem Apotheker und Goldschmied Ferdinand Oechsle (1774-1852) aus Pforzheim her, der das Verfahren entwickelte.
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