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Beitrag von Karin Mager, 10.04.2008, 20:31

Warum Sie zwischen Bedürfniskonflikten und Wertkonflikten unterscheiden sollten

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Wenn Sie den Unterschied von Bedürfnis- und Wertkonflikten kennen, ersparen Sie sich einige nervenzermürbende Diskussionen. Sie kommen schneller an den Knackpunkt eines Konflikts, wenn Sie genau unterscheiden:

Bei einem Bedürfniskonflikt geht es darum, dass jemand etwas tut, durch das wir uns unmittelbar beeinträchtigt fühlen. Wir werden durch das Verhalten der anderen Person in der Befriedigung eines uns wichtigen Bedürfnisses behindert. Sorry für die etwas hölzerne Formulierung, doch es ist wichtig, das exakt zu definieren.

Beispiele:
1. Sie haben mit Ihrem Mann vereinbart, dass er abends die Kinder übernimmt, weil Sie einen Termin haben. Er erscheint aber erst eine halbe Stunde nach dem verabredeten Zeitpunkt, deshalb kommen Sie nicht pünktlich zu Ihrer Verabredung.

2. Ihre Frau möchte dieses Jahr den Urlaub mit Ihnen und den Kindern nicht in einem Ferienhaus, sondern in einem Hotel verbringen, um sich mal um nichts kümmern zu müssen. Sie wollen das nicht, weil Sie Bedenken wegen der Kosten haben.

Hinter einem Bedürfniskonflikt stehen natürlich, genauso wie bei einem Wertkonflikt, unterschiedliche Wertvorstellungen. Doch in diesem Fall ist ein anderer Aspekt wichtiger: Bei einem Bedürfniskonflikt haben wir gute Argumente, denn wir sind unmittelbar beeinträchtigt durch das Verhalten unseres Gegenübers.

In Beispiel 1 geht es Ihnen darum, dass Sie pünktlich zu Ihrem Termin kommen möchten. In Beispiel 2 bewegt Sie der Aspekt, dass der Urlaub ein ziemliches Loch in die Haushaltskasse reißen könnte.

Wichtig: Wenn wir auf Abwertungen und Vorwürfe verzichten und bereit sind, uns die Sichtweise unseres Gegenübers anzuhören, können wir damit rechnen, dass unser Partner unsere Bedürfnisse ernst nimmt. (In einem späteren Beitrag werde ich ein ausführliches Beispiel bringen, wie Sie erfolgversprechend Konfliktgespräche führen.)

Wie sieht die Sache nun bei einem Wertkonflikt aus? Hier geht es zunächst ebenfalls darum, dass wir mit dem Verhalten einer uns nahestehenden Person nicht einverstanden sind und sie gern zu einer Verhaltensänderung bewegen möchten. Der Unterschied zum Wertkonflikt ist jedoch: wir sind von dem störenden Verhalten nicht unmittelbar beeinträchtigt.

Beispiele:
1. Ihre 16jährige Tochter raucht, wenn sie mit ihren Freunden ausgeht. Sie finden das überhaupt nicht gut und möchten sie gern davon abbringen.

2. Das Zimmer Ihres halbwüchsigen Sohnes ist in Ihren Augen ein totales Chaos. Sie möchten, dass er es aufräumt.

Nicht zufällig habe ich hier zwei Beispiele mit Jugendlichen gewählt. Wertkonflikte gibt es besonders häufig zwischen verschiedenen Generationen – aber natürlich nicht nur. Während wir bei Bedürfniskonflikten Argumente anführen können, inwiefern wir uns vom Verhalten des anderen beeinträchtigt fühlen, können wir in diesen Konfliktsituationen nichts dergleichen anführen. Solange aus dem Zimmer Ihres Sohnes kein Ungeziefer kriecht, wäre es an der Zeit, ihm zu überlassen, wieviel Ordnung er haben möchte. Denn Sie werden bei Ihren Ordnungsappellen mit Sicherheit die Antwort bekommen: “Das geht dich nichts an.” Spätestens diese Reaktion sollte Sie zum Nachdenken bringen, ob es sich vielleicht um einen Wertkonflikt handelt.

Noch viel ist dazu zu sagen, doch auf die Fallstricke der Unterscheidung und die verschiedenen Möglichkeiten, mit Wertkonflikten umzugehen werde ich in einem späteren Artikel eingehen.

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Themen: E-Mail Abo | Kommunikation | Gespräch | Lebenshilfe | Partnerschaft
Tags: Bedürfniskonflikt | Kommunikation | Konflikt | Konfliktgespräch | Paare | Partnerschaft | Streiten | Wertkonflikt



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