Beitrag von flaschenpost.ch, 11.02.2008, 14:41
Wein – Traubensorten: Riesling
Der Riesling, auch Rheinriesling oder Johannisberger genannt, gilt als eine der besten Weißweinsorten der Welt, deren vollkommener Fruchtcharakter keinen Holzausbau braucht oder verträgt. Eine Ausnahme sind Dessertweine, die aus von Edelfäulnis befallenen Rieslingtrauben hergestellt werden und als Beeren- oder Trockenbeerenauslesen zu den teuersten und exquisitesten Weiß- oder Süßweinen gehören. Deutschland mit Mosel und Rhein ist ihr kühles und ideales Stammland, wo sie als anspruchsvolle Rebe spät ausreifen und ihre Säure behalten. Genau das macht sie für Spätlesen und für die Produktion von Dessertweinen so geeignet; denn süße Weine ohne einen Ausgleich an ausgeprägter Säure wirken eher plump und langweilig. Der Riesling hingegen ist sehr aromatisch, er duftet nach Äpfeln und Aprikosen, in etwas wärmeren Regionen wie dem Elsass, Österreich oder dem Clare und Eden Valley in Australien eher nach Zitrone, Limone und Pfirsich. Der Boden trägt entscheidend mit zum Bouquet bei: Der Charakter eines Riesling widerspiegelt also immer auch das Gebiet, in dem er gedeiht. Süßer Riesling hat ein großes Alterungspotenzial und offenbart auch nach Jahrzehnten neben den Noten von Honig und getrockneten Früchten noch eine außergewöhnliche Frische und Fruchtigkeit.
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