Beitrag von flaschenpost.ch, 22.01.2008, 14:26
Wein – Traubensorten: Pinot Noir
Auch Spät- oder Blauburgunder genannt ist eine heikle Rotweinsorte, die früh reift und in kühleren Regionen geeignete Bedingungen erhält. Ihre dichten Traubenstände und dünnen Häute können bei Feuchtigkeit leicht zu Fäulnis führen. Blauburgunder entwickelt wenig Tannine und Farbpigmente, so dass der Wein eine hellere Färbung und leichtere jugendliche Struktur mit Aromen von Himbeeren, Erdbeeren und roten Kirschen zeigt. Im Alter entwickeln Pinot Noirs aber sehr differenzierte, auch animalische Noten (Leder, Wildbrett).
Das Terroir (die spezifischen Bedingungen und Qualitäten von Klima und Boden) spielt eine grosse Rolle bei der Ausbildung der Aromatik eines Pinot Noir.
Nirgendwo auf der Welt gibt es eine so hohe Anzahl und Dichte kleiner Appellationen, Rebberge und Lagenweine wie im Burgund, wo die hochwertigsten Pinots herkommen. Nur wenige hundert Meter von einander entfernt können die Blauburgunder ganz unterschiedliche Aromen entwickeln. Sorgfalt im Rebberg wie in der Vinifikation ist aber in jedem Fall Bedingung für die gute Qualität eines Pinot Noir. Neben der Côte d’Or (Burgund), wo erstklassige Rotweine produziert werden, ist die Champagne ein klassisches Anbaugebiet für Pinot Noir. Dort wird die Sorte zur Herstellung von Champagner genutzt. In gemässigten oder kühleren Regionen der neuen Welt, von Carnero in Kalifornien über Yarra Valley in Australien und Martinborough oder Marlborow in Neuseeland bis hin zur Walker Bay in Südafrika, gewinnt er immer grössere Bedeutung. Auch in der Schweiz werden daraus nicht nur einfachere Landweine zum raschen Konsum, sondern auch hochklassige Pinot Noirs im Holzausbau hergestellt.
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