Beitrag von flaschenpost.ch, 16.02.2008, 14:43
Wein – Der Boden macht den Unterschied
Neben Sonne, Regen und Temperatur, die für eine üppige, rasche oder eher spärliche Reife und Anreicherung von Zucker in der Traube sorgen, ist die Zusammensetzung der Erde besonders wichtig für die Entwicklung und die Aromatik einer Rebe. Zum einen gedeihen gewisse Traubensorten auf bestimmten Böden besser als andere. Zum anderen geben Granit, Schiefer, Kalk, Kreide, Sand oder Lehm unterschiedliche Mineralien über das Wurzelwerk an die Pflanze ab und beeinflussen so den Geschmack der Traube. Auch natürliche Hefen oder andere Mikroorganismen unterscheiden sich entsprechend dem Boden (Terroir).
Stört man diese Zusammensetzung weder durch Kunstdüngung oder Bewässerung im Rebberg, noch durch Entkeimung und Zuchthefen im Keller, wird der typische Terroircharakter betont. Das Risiko, dass Ernte oder Wein verdirbt, ist aber auch grösser.
In Europa, allen voran im Burgund, wird dieser Terroircharakter seit Jahrhunderten gehegt und gepflegt. In der Neuen Welt hingegen steht (wie auf dem Etikett), eher die Traubensorte im Vordergrund, die oft aus großen Gebieten mit unterschiedlichster Bodenbeschaffenheit stammt und verschnitten wird (z. B. Southeast Australia).
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