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Wein


Beitrag von flaschenpost.ch, 09.11.2007, 21:27

Wein degustieren – was sagt mir der Duft des Weins?

Die aussagekräftigste und differenzierteste Prüfung eines Weins geschieht über unser Geruchszentrum. Zehn Millionen Nervenzellen mit je zehn bis 20 Fühlern auf nur fünf Quadratzentimetern Nasenschleimhaut sind an sich fähig, Tausende verschiedener Gerüche zu unterscheiden. In einem komplexen Wein gehen die Duftkomponenten in die Hunderte. Daher bedarf es einer Schulung oder bewusster Erfahrung, bis man auch nur die wichtigsten differenzieren, erinnern und beurteilen kann.

Aber auch der Laie erkennt meist spontan Fehlgerüche (vom Korken über Seife bis hin zu Benzin oder Essigsäure) im Wein oder die Fruchtaromen eines einfachen Weines. Diese mögen beim Weisswein an Zitronen, Äpfel, Pfirsich, Aprikosen, Melone, Ananas, Mango oder Bananen erinnern, beim Rotwein an rote oder schwarze Beeren, Kirschen, Pflaumen oder gar Kompott. Auch pflanzliche Noten nach Gras, Blättern oder Blüten kommen hinzu. Das sind keine künstlichen Aromen oder Zusätze, sondern spiegeln vor allem die Aromatik (und den Ausbau) der Traubensorte.

Bei einfacheren Weinen spricht man von der „Blume“ eines Weins. Je vielfältiger sie ist, desto höher ist in der Regel auch die Qualität. Von „Bukett“ sprechen Fachleute, wenn die Aromatik reich und komplex ist; wenn neben den Frucht- und pflanzlichen Komponenten bei Rotweinen z.B. Rauch-, Holz- oder Gewürznoten, Nuancen von Schokolade, Kaffe, Zimt oder Zedern, vielleicht sogar animalische Töne von Leder oder Wildbrett hinzukommen. Sie geben Aufschluss über Jahrgang und Reife, aber auch über die Herkunft, ja sogar den Boden (Terroir), auf dem die Rebe wuchs, oder von wem und wie der Wein produziert wurde.

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Tags: Bukett | Degustation | Weinduft