Beitrag von Sigrid Ruth Stephenson, 03.09.2008, 16:33
Vorbeugen: Alkoholismus ist kein Ausweg aus Angst, Nervosität, Einsamkeit
Für die meisten Menschen gehört der Genuss von Alkohol zum täglichen Leben, erst recht zu Festlichkeiten. Der passende Wein zum Rinderfilet oder zum Kalbsbraten , Bowle und um Mitternacht Sekt zu Silvester, das verdiente Bier am Feierabend. Die Gefahr, die hinter diesem harmlos erscheinenden Vergnügen lauert, wird vielfach übersehen. Der Übergang zur Abhängigkeit ist schleichend wie ein Dieb in der Nacht.
Um vorzubeugen, sollten Sie von Zeit zu Zeit eine Selbstanalyse durchzuführen. Warum trinken Sie und wie viel? Ist es mit den Jahren mehr geworden – an Menge und Häufigkeit? Trinken Sie unreflektiert, weil es irgendwie dazu gehört, weil alle es tun, weil die Werbung Lust darauf macht?
Viele Menschen trinken etwas, um sich besser zu fühlen. Um Langeweile oder Nervosität zu bekämpfen oder Stress, Einsamkeit oder auch Schüchternheit als weniger belastend zu empfinden. Sie trinken sich „Mut an“. Oft hilft es sogar – für den Moment. Und weil Menschen dazu neigen, Dinge wieder und wieder zu tun, die zunächst angenehme Folgen nach sich ziehen, wird eine Gewohnheit daraus. Man empfindet Entspannung, ein Gefühl von Geborgenheit und Gemütlichkeit, die Stimmung steigt. Wunderbar! Leider nicht.
Das große Problem: Der Übergang zur Sucht ist fließend. Wer einmal abhängig vom Alkohol ist, kann nicht mehr ohne diese Droge sein. Man trinkt nicht mehr erst am Abend, sondern beginnt schon früh am Tag, um sozusagen auf Betriebstemperatur zu kommen, seine Pflichten erledigen zu können, seine Ängste zu besiegen.
Alkoholismus ist keine Charakterschwäche, sondern eine schwerwiegende Erkrankung, deren Behandlung in fachkundige Hände gehört. Mit Entzug und psychotherapeutischen Maßnahmen kann geholfen werden. Auch Ergotherapeuten tragen mit ihrer Arbeit dazu bei, dass der Alkoholkranke seinen Alltag ohne die Droge wieder sinnvoll und angenehm gestalten kann.
Damit es gar nicht erst so weit kommt, sollten Sie wenigstens zwei Tage in der Woche auf Alkohol komplett verzichten. Wein lässt sich mit Mineralwasser zu einer erfrischenden Schorle strecken. Stellen Sie immer ein Glas Wasser neben das Bier- oder Rotweinglas, so dass Sie Ihren Durst nicht mit „Umdrehungen“ löschen müssen, sondern das alkoholische Getränk in behutsamen Dosen genießen können. Als etwas Besonderes, das eben nicht alltäglich ist.
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