Beitrag von dpa, 20.08.2008, 14:45
Unterdurchschnittliche Apfelernte in Deutschland
In Deutschland gibt es in diesem Jahr eine unterdurchschnittliche Apfelernte. Nach einem besonders guten Jahr 2007 folge nun erwartungsgemäß ein schlechteres Jahr.
Das sagte der Obstexperte vom Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau, Norbert Schäfer, in Koblenz. Diese sogenannte Alternanz, die Schwankung es Fruchtertrags, sei ein natürlicher Prozess. Hinzu komme aber, dass einzelne Gebiete in diesem Jahr Fröste zur Zeit der Blüte verzeichnet hätten. Zudem gebe es einige Schäden durch Hagel. «In Rheinland-Pfalz sind davon fast alle Obstanbaugebiete betroffen», sagte Schäfer.
Normalerweise werden nach seinen Angaben in Deutschland jährlich rund 950 000 Tonnen Äpfel geerntet. Im vergangenen Jahr seien es mehr als eine Million Tonnen gewesen. Auch die anderen europäischen Länder verzeichneten voraussichtlich 2008 eine Ernte, die fünf bis zehn Prozent unter dem langjährigen Durchschnitt liege. «Die Haupternte beginnt in etwa zehn Tagen», sagte Schäfer. Sie dauere dann bis Ende Oktober. In Rheinland-Pfalz leben nach Angaben des Statistischen Landesamtes rund 1100 Betriebe im Haupt- oder Nebenerwerb vom Obstanbau. Sie bewirtschaften eine Fläche von rund 4300 Hektar.
Einen Totalausfall verzeichnen die Obstbauern laut Schäfer beim Roten Weinbergspfirsich an der Mosel. Schuld sei das kalte und feuchte Wetter Mitte März bis Mitte April. Dieses sei auch der Grund für eine unterdurchschnittliche Zwetschenernte im ganzen Südwesten Deutschlands. Bei schlechtem Wetter würden die weiblichen Blütenorgane nicht befruchtet. Die Erntemenge erreiche höchstens 60 Prozent des langjährigen Durchschnitts. «Dasselbe gilt für Süß- und Sauerkirschen», sagte Schäfer.
Mit der bereits abgeschlossenen Erdbeerernte seien die Obstbauern dagegen «relativ zufrieden».
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