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Tiere und Tierpflege


Beitrag von Rainer Bartel, 06.12.2007, 21:35

Tödliche Schokolade

Süddeutsche Zeitung - wer sie liest sieht mehr!

Es mag ein alter Hut sein, bleibt aber eine wichtige Information für alle Menschen mit Hund: Schokolade kann den Köter killen. Schokolade als Kakaoprodukt enthält den Bitterstoff Theobromin. Dieser Stoff ist der Grund dafür, dass Schokolade glücklich macht. Der Mensch verfügt über ein Enzym zum Abbau des überschüssigen Theobromins im Körper, der Hund (und seine liebste Freundin, die Katze) dagegen nicht. Deshalb wirkt Theobromin beim Vierbeiner wie ein Nervengift. Bei kleinen Viechern, z.B. dem Yorkshire Terrier, kann schon ein Riegel Vollmilchschokolade zum Ableben führen. Beim mittelgroßen Hund führen zwei Tafeln Schokolade ziemlich sicher zum Tod. Je bitterer die Schokolade, also je höher der Kakaogehalt ist, desto gefährlicher wirkt sie. Das kann nur eins bedeuten: Gib der Töle niemals Schoko!

Nun geistert ja in einschlägigen Foren immer wieder die Meinung herum, es gäbe Hunde, die ganz versessen auf Schokolade seien. Das ist Blödsinn. Der Canis lupus familiaris verabscheut zunächst einmal alles Süße. Das hat mit seinem Soffwechsel zu tun, der auf die Verarbeitung von Fleisch spezialisiert ist. Deshalb kann die hündische Verdauungsanlage Kohlehydrate nur in relativ kleinen Mengen verarbeiten. Nimmt der Fellträger zuviel Kohlehydrate auf, wird er den Überschuss erbrechen. Kohlehydraten sind in Zucker zu annähernd 100 Prozent enthalten, weshalb der Hund - so man ihn nicht beeinflusst - Zucker und Süßes nur in ganz geringen Mengen zu sich nehmen wird. Ohne das schlechte Vorbild seines Herr- und/oder Frauchens würde sich Waldi wohl sehr gesund ernähren, sich auf tierisches Eiweiß konzentrieren und nur gelegentlich ein bisschen Gras fressen. Darf er jagen, führt er sich die benötigten Kohlehydrate durch den Magen- und Darminhalt der erlegten Beute zu.

Warum aber sind dann manche Fiffis ganz doll auf Süßigkeiten? Weil man es ihnen beigebracht hat. Er sieht ja seinen Menschen in erster Linie als ihm vorgesetzten Hund an und orientiert sich gerade bei der Ernährung stark am Chef. Knuspert der nun permanent Schokolinsen, nimmt Fiffi an, das sei eine prima Speise. Zudem ist es für den Hund mit artgerechtem Sozialverhalten ein großes Privileg, vom Alpha-Rüden bzw. von der Alpha-Hündin Futter angeboten zu bekommen. Das ist der Vierbeiner dann nicht sehr wählerisch und verspeist eigentlich alles, was er so geschenkt bekommt. Nun stelle man sich den Hundebesitzer vor, wie er da auf dem Sofa sitzt und die Glotze genießt , wobei er Schoko-Crossies händeweise verspeist. Fiffi kommt vorbei und bettelt. Er kriegt was ab und .

.. gewöhnt sich daran. Mit Todesverachtung im wahrsten Sinn des Wortes schluckt er das süße Zeug; schließlich will er ja dem Boss nicht negativ durch Verschmähen der Gabe auffallen. Nach und nach bildet sich die Legende, der Hund stehe auf Süßigkeiten. Aus der Nummer kommt er kaum noch raus.

Die einzig vernünftige Konsequenz aus dem Beschriebenen kann nur sein: Geben Sie Ihrem Hausgenossen niemals etwas Gesüßtes! Niemals. Denn damit erreichen Sie, dass er weder scharf auf Schokolade wird, noch je auf die Idee kommt, welche zu klauen, wenn sich die Gelegenheit bietet.

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Tags: Gift | Kohlehydrate | Schokolade | Theobromin | Vergiftung | Zucker