Beitrag von Pia Helfferich, 14.08.2008, 16:30
Texte Schritt für Schritt überarbeiten
Hat man einen Text geschrieben, legt man ihn am besten erst einmal zur Seite – sei es für Tage oder Wochen. Wenn dann eine gewisse Distanz entstanden ist, wird es umso leichter, ihn zu überarbeiten.
Zunächst einmal versucht man, den Text so „naiv“ wie möglich zu lesen, ihn so wahrzunehmen, als würde man ihn gar nicht kennen. Zu diesem Zeitpunkt ist es verboten, über Korrekturen nachzudenken oder Bewertungen anzubringen. Nach der Lektüre macht man einen Abgleich: Was war der Plan für diesen Text gewesen? Wie sieht er in der Realität aus? Gegebenenfalls notiert man an dieser Stelle schon notwendige Veränderungen und nimmt diese vor.
Nun liest man den Text mindestens einmal laut und einmal still und darf jetzt auch Stellen markieren, die verbesserungswürdig sind. Auch solche Passagen, bei denen man sich noch nicht so ganz sicher ist, werden markiert. Statt nun von oben nach unten alle Stellen zu verbessern, sichtet man die Problemstellen noch einmal und kategorisiert sie. Zum Beispiel wird an ein paar Stellen die Erzählperspektive korrigiert werden müssen, anderswo schwächelt die Logik, hier und dort sind ein paar Adjektive zu viel und dieses Kapitel ist völlig unspannend. Hat man die Probleme aufgelistet, bearbeitet man sie von schwerwiegend nach leicht, zuerst werden also die Korrekturen vorgenommen, bei denen viel Text geändert oder entsorgt wird. Ist man mit dieser Überarbeitungsrunde durch – fängt man einfach noch mal von vorne an.
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