Beitrag von dpa, 01.02.2010, 13:28
Ärzte warnen: Konzentration nicht aus Pillen-Schrank
Haben Schüler Probleme mit der Konzentration, sollten Eltern nicht gleich beim Arzt um Medikamente bitten. «Konzentration aus dem Medikamentenschrank ist gefährlich», betonte der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) in Köln.
Die Devise müsse heißen: «Entspannen statt Pillen schlucken.» Mit Beginn des zweiten Schulhalbjahres mache sich bei vielen Eltern Panik breit, die Kinder könnten wegen fehlender Konzentration auf ein schlechtes Zeugnis zusteuern.
«Es ist richtig, dass bei mangelhafter Konzentration selbst begabte Schüler zu Schulversagern werden können. Die gute Nachricht ist aber auch: Konzentration ist lernbar», betonte Sprecher Josef Kahl. Allerdings sind Aufforderungen wie «nun konzentrier’ dich endlich!» nicht sinnvoll. Konzentration ist laut BVKJ das Ergebnis einer richtigen Mischung aus Motivation, Selbstorganisation und Lerntechniken. Hier seien vor allem Eltern gefragt: Sie sollten ihre Kinder in den Grundschuljahren täglich bei den Aufgaben betreuen und ihnen bei der Entwicklung einer guten Arbeitshaltung helfen.
Wichtig ist zudem: Eine ruhige, reizarme Lernumgebung, keine Ablenkung durch Handy, IPod, Fernsehen oder Spielkonsolen, genug Schlaf. Bei Freizeitstress sollten Eltern das Nachmittags-Programm ihrer Kinder entrümpeln. Bewegung an der frischen Luft sei ein guter Ausgleich und «macht auch klug». Das hätten neurowissenschaftliche Untersuchungen gezeigt. Erst wenn die Kids trotz aller Maßnahmen immer noch unkonzentriert, fahrig und zappelig bleiben, sollten Eltern in die Kinderarztpraxis kommen.
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