Beitrag von Pia Helfferich, 02.10.2008, 10:02
Regeln für den Krimi
Um erfolgreich einen Krimi zu schreiben, ist es notwendig, die genreimmanenten Regeln zu kennen. Auch wenn es möglich ist, die eine oder andere zu brechen: Kennen muss man sie erst einmal. Auf der englischsprachigen Webseite „The Ten Commandments of Detective Fiction“ findet der zukünftige Krimiautor eine Zusammenstellung etlicher Regeln, die, vor allem in der goldenen Krimizeit der 20er und 30er Jahre, formuliert wurden. Bei diesen Regeln hatten die jeweiligen Autoren wie Ronald Knox oder S. S. Van Dyne vor allem den klassischen englischen Krimi im Kopf. Manche Vorgabe wird mit einem Augenzwinkern und britischem Humor serviert, grundsätzlich sind die Regeln jedoch gültig und überlegenswert, und wer eine Weile über sie nachdenkt, kann viel über die Strukturen eines Krimis erfahren. Zum Beispiel geht es darum, dass der Leser eine Chance haben muss, mit dem Ermittler mitzurätseln. Alle Hinweise auf den Täter müssen dem Leser in der Geschichte mitgeteilt werden, nur eben unauffällig. Der Täter sollte auch bereits zu Beginn der Geschichte anwesend sein, nicht erst kurz vor der Auflösung aus dem Hut gezaubert werden. Van Dine spricht sich auch dafür aus, dass die Tat rational und wissenschaftlich vollzogen und aufgeklärt werden kann und der Geschichte nicht als Deus ex machina eine übersinnliche Lösung aufgepfropft wird.
Diese viel mehr als zehn Regeln auf der Seite von Mysterylist.com „The Ten Commandments of Detective Fiction“ können auch als Anreiz dienen, sich über die eigene Poetik klar zuwerden und - auch spaßeshalber - einmal selber Regeln zu formulieren und auszuprobieren.
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