Beitrag von Pia Helfferich, 14.12.2007, 15:33
Reden schreiben und halten, Teil 6
Lampenfieber bekämpfen
Erst mal den blödesten Satz vorneweg: Lampenfieber ist gut, denn es verhilft zu einem besseren Auftritt. Diese Erkenntnis ist völlig richtig, hilft demjenigen, der voller Panik auf seinen Auftritt wartet, jedoch auch nicht weiter. Vielleicht ist dieser Satz schon hilfreicher: Das Publikum ist nicht Ihr Feind. Auch wenn jemand gähnt, auf die Uhr schaut, oder zwei die Köpfe zusammen stecken und lachen – nichts davon ist gegen den Redner gemünzt. Man braucht sich nur selbst während eines Vortrags zu beobachten, um zu erkennen, dass man auch mal abschweift, selbst wenn die Rede interessant ist. Nicht verzweifeln, wenn jemand scheinbar gelangweilt in die Gegend starrt, das kann Ausdruck höchster Konzentration sein. Diese Leute stellen hinterher plötzlich messerscharfe Fragen.
Die unabdingbare Grundlage gegen Lampenfieber ist die gründliche Vorbereitung. Also, üben, üben, üben. Sie sind der Experte, als Redner haben Sie immer einen Vorsprung vor den Zuhörern, und solange Sie das Publikum nicht beleidigen, erhalten Sie auf dem Podium stets einen Vorschuss an Respekt.
Überlegen Sie sich, was das Schlimmste ist, das passieren kann. Ist es ihr größter Albtraum, den Faden zu verlieren oder mit der Technik nicht klarzukommen? Dann ergreifen Sie rechtzeitig Maßnahmen, um dieses Debakel zu verhindern.
Vielen hilft es, sich in Stresssituationen auf ihre Atmung zu konzentrieren, ganz genau nachzuspüren, wie der Körper Luft holt und wieder ausatmet. Auch Autogenes Training ist eine Hilfe, muss jedoch rechtzeitig erlernt werden.
Die beste Übung gegen Lampenfieber ist das positive Visualisieren. Stellen Sie sich ganz genau vor, wie Sie Ihre Rede halten werden, wie sie zum Mikrophon gehen, die Zuhörer begrüßen … Schritt für Schritt, Wort für Wort. Malen Sie sich die Situation immer wieder in den schönsten Farben aus. Wenn Sie dann tatsächlich in der Situation sind, kommt Ihnen alles vertraut vor und Sie haben eine größere Sicherheit – das bemerkt das Publikum sofort.
Und dann: Toi toi toi!
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