Beitrag von Thomas Michalsky, 17.03.2008, 09:51
Vom Spielbahner zum Modellbahner
An allem Anfang steht meist der einfache Schienenkreis, doch bald befriedigt ein solches Oval nicht mehr.
Es werden ein paar Weichen hinzugekauft und so eine Ausweichmöglichkeit oder sogar ein kleiner Bahnhof hinzugefügt.
Ich möchte hier einige Tipps geben, wie man eine „richtige“ Modellbahn von Anfang an so plant, dass man nicht unnötig Lehrgeld zahlt.
Der Traum von einer Großanlage mit vielen Fahr- und Rangiermöglichkeiten zerplatzt spätestens, wenn man versucht die auf Papier gemachten Skizzen in die Wirklichkeit umzusetzen. Schnell bemerkt man, dass der zur Verfügung stehenden Platz viel zu klein ist. In der Fachliteratur oder im Internet kann man Gleispläne finden, die bemaßt sind und so Anregungen und Hilfe für die Umsetzung geben.
Viele Probleme bei der Planung und beim Bau der Anlage wären kleiner, wenn genügend Zeit, Platz und nicht zuletzt das nötige „Kleingeld“ unbegrenzt zur Verfügung ständen. Hier bleibt nur die Möglichkeit Kompromisse einzugehen.
Ein Nachbau einer Vorbildstrecke sollte von Anfang an ausscheiden, da die Umrechnung in die Modellbahnbaugrößen räumliche Abmessungen annimmt, die die wenigsten zur Verfügung haben.
So ist 1 km beim Vorbild
in der Spurweite H0 (1:87) 11,5 m,
in der Spurweite TT (1:120) 8,3 m,
in der Spurweite N (1:160) 6,3 m und
in der kleinsten, industriell gefertigten, Spurweite Z (1:220) 4,5 m lang.
Die Entscheidung für eine der oben genannten Spurweiten hängt erstens vom zur Verfügung stehenden Platz und von den eigenen handwerklichen Fähigkeiten ab. Das soll keine Unterstellung Ihrer Fertigkeiten sein, doch sollte man bedenken, dass mit zunehmendem Verkleinerungsfaktor die Darstellung von Einzelheiten an Grenzen stößt, die nicht mehr zu verwirklichen sind.
Zur Darstellung eines Bahnsteiges, an dem ein Zug mit 8 Schnellzugwagen und Lokomotive halten soll, benötigt eine Länge von:
Spur H0 = ca. 2,70 m
Spur TT = ca. 1,90 m
Spur N = ca. 1,50 m
Spur Z = ca. 1,10 m
Neben der Entscheidung für die “richtige“ Spurweite gibt es noch weitere Kriterien, die vor der eigentlichen Anlagenplanung feststehen sollten.
darzustellender Zeitraum der Anlage
Schon beim Kauf der ersten Modelle, ob Fahrzeug oder Zubehör, entscheidet man sich unbewußt für einen bestimmten Zeitabschnitt, den man darstellen will. Vermeiden sollte man das gleichzitige Fahren von Dampflokomotiven und modernen ICE’s, denn die Ära der Dampflokomotiven ist hier schon lange Geschichte, es sei denn, man stellt eine “Dampfsonderfahrt” nach.
.
oder
Im Bild Zeit.jpg ist der darzustellenden Zeitraum in sogenannte Epochen unterteilt, die einen exakt festgelegten Zeitraum beinhalten.
darzustellender Ort der Anlage
Bei der Festlegung des Ortes ist zunächst der vorhergehenden Punkt, die Zeit, zu beachten, denn manche Brücke sah vor 70 Jahren anders aus, als das heute der Fall ist.
Im Bild Ort.jpg wird unterschieden, ob sich das Vorbild, zur Länderbahnzeit, auf dem Gebiet der DDR
, dem Terretorium der ehemaligen BRD
oder dem heutigen DB AG-Gebiet befindet.
Weiterhin wird unterschieden nach der Streckenführung: freie Strecke, Stadt
, Kleinstadt oder Dorf
.
Als dritte Auswahl muß man sich für eine Oberflächenform festlegen, also will man die Eisenbahn im Hochgebirge
, Mittelgebirge, Hügelland oder Flachland
fahren lassen.
darzustellendes Thema der Anlage
Als letztes Kriterium für die Planung ist das Thema festzulegen.
Hier unterscheidet man nach Hauptbahn
, Nebenbahn
oder Kleinbahn
.
Entscheidet man sich für den Aufbau einer Hauptbahn, so hat man dabei die Wahl einer eingleisigen oder mehrgleisigen Streckenführung. Entscheidet man sich für die Nebenbahn, so kann man eine normalspurige (1435 mm) oder eien schmalsprige Strecke (1000 mm oder 750 mm) planen.
Sind alle Entscheidungen getroffen kann man sich an den Entwurf eines Gleisplanes wagen, dass wird allerdings ein Thema für einen anderen Beitrag sein.
Themen: E-Mail Abo | Hobby und Freizeit
|
Modelleisenbahn
Tags: Baugröße | Modellbahn | Spurweiten
Hobby und Freizeit
RSS 2.0