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Literatur und Bücher


Beitrag von Pia Helfferich, 02.01.2008, 16:37

Poetry Slams: Literatur mit hohem Spaßfaktor

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Seit Mitte der 90er Jahre sprießen sie wie Pilze aus dem Boden: Poetry Slams, eine Art Bühnenliteratur, die als Wettkampf ausgetragen wird. Fast in jeder Stadt findet man Kneipen oder kleine Kultureinrichtungen, in denen regelmäßig Slams stattfinden. Teilnehmen darf jeder, der einen selbst geschriebenen Text mitbringt, egal, ob es sich dabei um eine Kurzgeschichte, Gedichte oder was auch immer handelt. Jeder hat fünf Minuten Zeit, in der der Text, nein, nicht einfach vorgelesen, sondern vorgetragen wird. Ein Slammer soll „performen“, den Text also mit besonderer Intensität zu Gehör bringen. Schreien, flüstern, um das Mikro tanzen, alles ist erlaubt. Alles bis auf komplette Gesangsdarbietungen, Kostüme und Requisiten. Aus dem Publikum wird eine Jury gewählt, die Noten von 1 (grottenschlecht) bis 10 (der absolute Wahnsinn) verteilt. In die Note fließt die Bewertung des Textes und die der Vortragskunst ein. In der Theorie geht es beim Poetry Slam nicht um den Sieg. Der Gewinner erhält eine Flasche Sekt oder ähnliche Kleinigkeiten. Praktisch möchte natürlich doch jeder gewinnen, zumal erfolgreichen Slammern die Teilnahme an den Internationalen deutschen Meisterschaften winkt, Veröffentlichungen oder was auch immer.

Nicht nur die Jury ist wichtig, das ganze Publikum spielt eine Rolle. Während des Vortrags sind Äußerungen ausdrücklich erwünscht, spontaner Beifall ebenso wie spontaner Widerspruch.

Als der Amerikaner Marc Smith in den 80er Jahren Poetry Slams erfand, wollte er zweierlei: Erstens, eine Alternative zu den langweilen Lesungen mit ihren nuschelnden Autoren und dem ehrfürchtigen Publikum, und zweitens, eine Plattform für alle Menschen. Auch wer zu einer sozialen Randgruppe gehörte und sich normalerweise kein Gehör verschaffen konnte, hatte bei Slams für fünf Minuten ein offenes Mikro.

Dieser gesellschaftliche Aspekt spielt auf den deutschen Slam-Bühnen kaum eine Rolle. Lustige Texte stehen im Mittelpunkt.

Poetry Slams sind eine Herausforderung für Autoren, für viele eine Einstiegsdroge und auch für Menschen, die glauben, mit Literatur nichts anfangen zu können, einen Ausflug wert.

(Die beschriebenen Regeln sind ein Standard, von dem einige Slams unwesentlich abweichen.)

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Tags: Auftritt | Bühne | Bewertung | Jury | Lesung | Marc Smith | Poetry Slam | Publikum | Punkte | Slammer | Wettkampf



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