Beitrag von dpa, 28.08.2008, 09:44
Papiere und Dokumente: «Notfallmappe» anlegen
Wenn es brennt, bleibt wenig Zeit. Leib und Leben sollten dann als erstes in Sicherheit gebracht werden. «Keine Frage: Das eigene Leben, das der Familie und von Nachbarn hat Vorrang.»
Das sagt Jürgen Konert von der Berufsfeuerwehr in Frankfurt. «Papiere lassen sich wiederbeschaffen», so Konert. Wenn das Wichtigste griffbereit ist, kann es aber sinnvoll sein, es auch einzustecken - denn oft ist es langwierig und mühevoll, Dokumente wieder zu beschaffen.
Eine «Notfallmappe» erleichtert die Entscheidung, worauf es ankommt. Viele Kommunen bieten sie vor allem für Senioren an - die Vorlagen sind aber auf andere Notfälle übertragbar. Kostenlose Muster stehen im Internet. Dort bewerben kommerzielle Anbieter auch Ordner für bis zu 90 Euro - günstiger ist es aber, selbst eine Zusammenstellung anzulegen. Sie wird am besten griffbereit an einem gut erreichbaren Ort aufbewahrt.
Je nach Ausführung enthalten die Mappen neben Fächern für Papiere vor allem Daten: die Anschrift von Ärzten sowie Medikamentenverordnungen, Bankverbindungen, Kontonummern, Versicherungen oder Vollmachten. Durchwahlen und Ansprechpartner helfen bei der Wiederbeschaffung von Dokumenten. Wirklich wichtige Unterlagen aber gehören im Vornherein an einen sicheren Ort außerhalb der eigenen vier Wände.
«Wichtige Dinge wie ein Testament oder Grundbuchauszüge gehören in die Obhut eines Notars. Das erspart Ärger», sagt Katrin Rüter vom Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in Berlin. Versicherungsscheine dagegen müssen nicht im Tresor aufbewahrt werden: Die Unternehmen verfügen über Doppel von Verträgen. Kunden müssten aber wissen, «wo sie eigentlich versichert sind».
Selbst wenn Haus- und Wohnungseigentümer im wahrsten Sinne des Wortes «restlos abgebrannt» sind, werden Schäden nach Angaben der Hamburger Feuerkasse zügig reguliert: «Vor Abschluss eines Vertrags wird der Wert des Gebäudes geschätzt und dokumentiert», erklärt Sprecher Eberhard von Fintel. Außerdem haben Kunden das Recht auf Vertragsabschriften.
Auch Finanzämter stellen für bereits eingereichte Steuererklärungen sowie für ergangene Steuerbescheide grundsätzlich Kopien zur Verfügung. Dafür müssen Brandopfer allerdings zahlen: In Hessen zum Beispiel verlangt der Fiskus nach Auskunft der Oberfinanzdirektion Frankfurt 20 Cent pro Seite. Sind Belege für künftige Steuererklärungen vernichtet worden, kann die Behörde den Angaben des Geschädigten Glauben schenken - sie muss es aber nicht.
Die Deutsche Rentenversicherung Bund in Berlin benötigt etwa vier Wochen, um Ansprüche zu rekonstruieren. Dazu genügt der Behörde nach Auskunft von Gabriele Chlopczik die Versicherungsnummer. Sie rät, diese «ins Portemonnaie» zu stecken. Für Personalausweise reicht den Meldeämtern in der Regel ein Blick in den Computer.
«Die Identitätsprüfung erfolgt über den letzten Ausweisantrag», erläutert Alexander Schief vom Bürgeramt in Offenbach. Letztlich sind also nur Formalien zu klären. Die meisten verhalten sich im Notfall also schon ganz richtig: Nach Erfahrung von Konert greifen Menschen bei Bränden eher selten nach vermeintlich lebenswichtigen Dokumenten - sie nehmen mit, «was ihnen am Herzen liegt», zum Beispiel Omas altes Fotoalbum.
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Wer sich vor bürokratischem Aufwand durch zerstörte Dokumente schützen will, legt seine persönlichen Papiere in einen Safe - entweder bei der Bank oder in den eigenen vier Wänden. Schon kleinere Exemplare seien «relativ widerstandsfähig», sagt Jürgen Konert von der Feuerwehr in Frankfurt. Metallene Geldkassetten oder robuste Blechdosen sind weniger aufwendige Alternativen. Und die Kassetten halten laut Konert zumindest eine gewisse Zeit lang hohen Temperaturen Stand.
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