Beitrag von Global Press, 29.01.2007, 13:44
Neue Chancen für Lungenkrebskranke
Raucher wissen in der Regel, was sie ihrem Körper mit den Zigaretten antun. Vor allem Lungenkrebserkrankungen sind auf jahrelangen Zigarettenkonsum zurückzuführen. “Aktive, aber auch viele ehemalige Raucher gehören zur Risikogruppe”, erklärt Dr. Michael K. Stehling, Vorsorgeexperte und Leiter des radiologischen Instituts Bildgebende Diagnostik in Offenbach. Besonders tückisch am Lungenkrebs, besonders der kleinzelligen Art, ist, dass er lange im Verborgenen bleibt und so ungestört wuchern kann. Er macht sich meist erst durch eindeutige Symptome bemerkbar, wenn es für eine Operation schon zu spät ist. Daher zählt Lungenkrebs zu den tödlichsten aller Krebsarten.
Eine neue Studie aus den USA sorgt jetzt für Furore in der Fachwelt. Sie besagt, dass bis zu 92 Prozent aller Erkrankten die ersten zehn Jahre nach der Diagnose überleben, wenn der Lungenkrebs frühzeitig erkannt und sofort herausoperiert wird. Mit frühzeitiger Erkennung ist das erste Krebsstadium gemeint. Wenn allerdings gewartet wird, bis sich die Symptome bemerkbar machen und erst dann operiert wird, sinkt die Fünfjahresüberlebensrate auf zwölf bis 14 Prozent. In der Studie sind alle Patienten, die sich nicht operieren lassen wollten, innerhalb von fünf Jahren gestorben.
Im Normalfall wird Lungenkrebs im ersten Stadium gar nicht entdeckt, weil er zu diesem Zeitpunkt noch ohne Krankheitsanzeichen (med.: asymptomatisch) ist. In der Studie wurden deshalb innerhalb von zwölf Jahren über 31 000 “asymptomatische Personen mit erhöhtem Risiko”, also Raucher sowie Arbeiter, die giftigen Dämpfen ausgesetzt sing, ein- bis zweimal mittels Spiralcomputertomographie (CT) durchleuchtet. Hierbei handelt es sich um ein bildgebendes Verfahren, um vor allem noch kleine Geschwulste zu erkennen. Nur auf diese Weise kann ein Lungenkrebs aufgespürt werden, der sich noch nicht bemerkbar gemacht hat.
Laut der Studie kann ein jährliches Spiral-CT-Screening helfen, Lungenkrebs im heilbaren Stadium zu erkennen. Aber “bislang gibt es kein Screening-Programm für Lungenkrebs in Deutschland”, erläutert der Vorsorgeexperte Stehling. Er empfiehlt deshalb Rauchern und ehemaligen Rauchern, jährliche Check-Ups mit einer Lungen-CT wahrzunehmen, auch wenn die derzeit noch selbst bezahlt werden müssen. Doch trotz dieser Hoffnung gebenden Studie lautet “der beste medizinische Rat, den man geben kann, schnellstmöglich mit dem Rauchen aufzuhören”, so Stehling (http://www.bilddiagnostik.de). (Oliver Link/mp)
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