Beitrag von Thomas v. Buelow, lic. oec. HSG, 07.01.2008, 12:07
Mit Franchise erfolgreich selbständig
Viele Neugründungen überleben die ersten drei Jahre nicht. Das Geld ist dann weg. Die Banken geben nur Kredit gegen Sicherheiten, die oft schon für die Startfinanzierung gebraucht wurden. Da Banken dennoch bei den Insolvenzen betroffen sind, untersuchen sie auch generell, welche Existenzgründungen höhere Erfolgsaussichten haben. Franchisenehmer gehören dazu, da sie von dem Know How, der Marke des Franchisegeber profitieren können.
4 Punkte, wann eine Franchisenahme in Erwägung gezogen werden sollte:
1. gutes Know How über eine Tätigkeit, ein Produkt. Dabei reicht Schulwissen oft nicht aus, Berufliches Erfahrungswissen sollte dazu kommen0
2. gut nachgemacht ist besser als schlecht erfunden: Für die Vermarktung ist ein eingeführtes Konzept besser geeignet als ein neuer Ansatz
3. Buchhaltung ist Stressfaktor: Betriebswirtschaftliches Wissen über Unternehmensgründungen ist nicht vorhanden.
4. Überdurchschnittliche Leistungs- und Einsatzbereitschaft
zu 1. Auch ein gutes Franchisesystem macht die eigene Erfahrung mit dem Produkt nicht überflüssig. Auch der Franchisenehmer hat Konkurrenz, gegen die er sich behaupten muß. Das Marktgeschehen muß beobachtet werden und ein Franchisesystem entbindet nicht von unternehmerischen und operativen Entscheidungen, auch wenn diese sich in einem gesetzten Rahmen bewegen.
zu 2. Jedem sei gegönnt, seine eigene Fastfoodkette oder Wartungsservice o.ä. selber zu gründen. Auch damit kann man sich gegen etablierte Marktteilnehmer durchsetzen. Die Wahrscheinlichkeit ist aber gering: es muss schon ein signifikant höherer Nutzen und Qualität geboten werden, um eingefahrene Verhaltensweisen und Entscheidungen nachhaltig zu beeinflussen. Da ist es gerade am Anfang einfacher, lieber mit den Wölfen zu heulen.
zu 3. Ein Geschäftsführer steht immer mit einem Bein im Gefängnis. Er ist halt - anders als ein Angestellter - für alles auch gegenüber dem Gesetz verantwortlich. Insbesondere für die gesetzlich vorgeschriebenen betrieblichen Aufgaben in der Rechnungslegung, Buchführung und Steuern. Wer sich da nicht auskennt, kann natürlich alles auswärts vergeben. Aber auch das geht nur, wenn ein Grundwissen vorhanden ist, wer zuverlässig die Erledigung dieser lästigen Pflichten übernehmen kann: letztlich kann die Verantwortung nicht abgetreten werden. Da ist es oft hilfreich, wenn eine funktionierende administrative Infrastruktur mit funktionierenden Prozessen vorgegeben wird.
zu 4. selbständig heißt Einsatz: selbst und ständig. Wer dazu nicht bereit ist, für den ist das Unternehmertum nichts, auch nicht als Franchisenehmer. In Zeiten hoher Arbeitslosigkeit und Ich-AG Geschwätz entsteht der Eindruck, dass jeder ein potenzieller Unternehmer sein könnte, wenn man ihm nur genügend Geld und Hilfestellung gibt. Das ist Unfug. Auch wenn wir alle erwachsen sind: der Unternehmer übernimmt Verantwortung dafür, besser zu sein als andere und das kann (und will) nicht jeder.
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