Beitrag von Mirko Müller, 28.08.2008, 14:50
Mac OS X: Die neun wichtigsten Tipps für Windows-Umsteiger und Switcher
’Switcher’ werden im Fachjargon Nutzer genannt, die von Windows zu Mac OS X wechseln. Und es werden immer mehr. Viele Anwender möchten Mac OS X einfach nur mal ausprobieren, andere kehren Windows komplett den Rücken zu oder nutzen den Apple-Rechner als Zweit-PC.
Was Windows-Umsteigern als erstes auffällt: So viele Unterschiede gibt es zwischen Windows und Mac OS X gar nicht. Und doch kommen alte Windows-Hasen an der einen oder anderen Stelle ins Straucheln. Wo ist zum Beispiel die rechte Maustaste und warum werden die Fenster nicht maximiert? Fragen, vor denen jeder “Switcher” bei den ersten Gehversuchen in der Mac-Welt steht. Damit Sie nicht lange nach den Antworten suchen müssen, haben wir hier für Sie die acht wichtigsten Tipps für Windows-Umsteiger zusammengefasst. Hier sind sie:
Tipp 1: Wo ist die rechte Maustaste?
Für Windows-Anwender unverständlich: Bei vielen Apple-Rechnern gibt es nur eine einzige Maustaste, etwa auf dem Touchpad der MacBooks. Wo sind die praktischen Funktionen der rechten Maustaste?
Keine Sorge: Auch beim Mac gibt es das Kontextmenü der rechten Taste. Allerdings sind die Funktionen der rechten Maustaste nur über Umwege erreichbar. Die einfachste Methode: Halten Sie die [ctrl]-Taste gedrückt und klicken Sie mit der (einzigen linken) Maustaste.
Welche weiteren Tricks es rund um die rechte Maustaste sonst noch gibt und wie Sie sogar eine “echte” rechte Maustaste erhalten, erfahren Sie im Ratschlag24-Artikel ”Mac OS X für Windows-Umsteiger: Wo ist die rechte Maustaste?”.
Tipp 2: Wo sind [Entf], [Pos1], [Ende] und weitere wichtige Tasten?
Auf vielen Mac-Rechnern geht Apple recht spartanisch mit den Tasten um. Liebgewonnene Tasten wie [Entf], [Pos1], [Ende] sind auf der Apple-Tastatur nicht zu finden. Wer trotzdem an den Anfang eines Textes springen oder Zeichen rechts von der Einfügemarke löschen möchte, muss zu Tastenkombinationen greifen. Viele klassische Windows-Tasten sind beim Mac nur mit etwas Fingerakrobatik zu erreichen:
[Entf] – in Mac OS X: [fn]+[Löschen]
[Pos1] – in Mac OS X: [cmd]+[Pfeil links]
[Ende] – in Mac OS X: [cmd]+[Pfeil rechts]
[Bild auf] – in Mac OS X: [alt]+[Pfeil rauf]
[Bild ab] – in Mac OS X: [alt]+[Pfeil runter]
Tipp 3: Wo ist die Festplattenlampe
Windows-Anwender sind es gewohnt, dass am PC-Gehäuse eine kleine LED die Festplattenaktivität anzeigt. Die HD-Lampe flackert immer dann, wenn der Rechner auf die Festplatte zugreift. Beim Umstieg auf einen Apple-Rechner ist es damit vorbei. Beim Mac gibt es kein Festplattenlämpchen mehr. Das lässt sich ändern.
Wie Sie mit wenig Aufwand eine kleine Festplattenlampe einrichten, erfahren Sie im Ratschlag Mac OS X für Umsteiger: Wo ist die Festplattenlampe?.
Tipp 4: Screenshots (Bildschirmabbildungen) anfertigen
Windows-Anwender können mit der [Druck]- oder [Print]-Taste den Bildschirm abfotografieren und den Screenshot in die Zwischenablage legen. Bei Mac-Rechnern gibt es keine [Druck]-Taste. Screenshots lassen sich aber trotzdem anfertigen, und zwar folgendermaßen:
[Shift/Umschalten]+[cmd]+[3] = Gesamter Bildschirm als PNG-Datei auf dem Desktop
[Shift/Umschalten]+[ctrl]+[cmd]+[3] = Gesamter Bildschirm in die Zwischenablage
[Shift/Umschalten]+[cmd]+[4] = Auswahl als PNG-Datei auf dem Desktop
[Shift/Umschalten]+[ctrl]+[cmd]+[4] = Auswahl in die Zwischenablage
Wer möchte, kann für die Screenshot-Funktionen auch eigene Tastenkombinationen definieren. Hierzu muss man in den Systemeinstellungen von Mac OS X ("Apfel-Menü > Systemeinstellungen") auf “Tastatur & Maus” klicken und im Reiter “Tastaturkurzbefehle” eigene Shortcuts definieren.
Auf der Mac-Tastatur fehlen zudem einige Sonderzeichen wie eckige und geschweifte Klammer, der Backslash (\), das Tilde-Zeichen (~), typographische Anführungszeichen („ und “), Guillemet-Zeichen (« oder ») oder das Pipe-Zeichen (|). Und ganz wichtig fürs Mailen: Das At-Zeichen (@) liegt beim Mac auf der Taste [L].
Mit folgenden Tastenkombinationen können Sie die Sonderzeichen ganz einfach einfügen:
@ - [alt]+[L]
{ - [alt]+[8]
} - [alt]+[9]
~ - [alt]+[N]
\ - [Shift/Umschalten]+[alt]+[7]
| - [alt]+[7]
„ - [Shift/Umschalten]+[alt]+[2]
“ - [alt]+[2]
« - [alt]+[Q]
» - [Shift/Umschalten]+[alt]+[Q]
Der Mac kennt noch viele weitere Sonderzeichen, etwa für Währungen oder griechische Zeichen. Wie Sie diese Zeichen ganz einfach einfügen, verrät der Ratschlag Mac OS X: Alle Tasten, Sonderzeichen und Shortcuts einblenden mit der Tastaturübersicht. Hier erfahren Sie auch, wie Sie eine kleine Mini-Tastatur mit allen wichtigen Tastenkombinationen und Shortcuts einblenden.
Tipp 5: Programme installieren und wieder löschen
Windows-Anwender sind verwöhnt: Zum Installieren von Programmen müssen sie nur das Installationsprogramm starten, und nach wenigen Minuten ist das Programm einsatzbereit. Bei Mac OS X ist das nicht so einfach. Hier müssen Programme von Hand installiert werden. Folgende Schritte sind hierzu notwendig:
1. Viele Programme und Downloads liegen als sogenannte Disk-Images im Format .dmg vor. Zuerst müssen Sie die Disk-Image-Datei per Doppelklick öffnen.
2. Darin befindet sich meist kein Installationsprogramm, sondern direkt die Programmdatei. Zur Installation müssen Sie die Programmdatei manuell in den Programmordner von Mac OS X ziehen. Hierzu öffnen Sie zuerst in einem Finderfenster den Programmordner, indem Sie die “Macintosh HD” und den Ordner “Programme” öffnen. Bei vielen Programm gibt es im Installationsordner auch eine Abkürzung (Alias) zum Programmordner.
3. Jetzt ziehen Sie das zu installierende Programm mit gedrückter Maustaste in den Ordner “Programme”.
Das war’s. Damit ist das Programm installiert.
Um ein Programm wieder zu entfernen (deinstallieren), gibt es bei Mac OS X kein separates Deinstallationsprogramm. Sie müssen einfach nur im Ordner “Macintosh HD > Programme” den entsprechenden Programmordner bzw. die Programm-Datei löschen.
Tipp 6: Wo ist die Programmliste? - Programme starten
Zum Starten von Programmen finden Windows-Anwender in der Startliste von XP oder Vista den Unterordner “Alle Programme”, in dem alle installierten Programme aufgeführt sind. Bei Mac OS X gibt es eine solche separate Programmliste nicht. Hier werden Programme – wenn sie nicht im Dock am unteren Bildschirmrand aufgeführt sind – direkt über den Ordner auf der Festplatte gestartet. Sie müssen also manuell die “Macintosh HD” und den Ordner “Programme” öffnen oder im Finder den Befehl “Gehe zu > Programme” aufrufen bzw. im Finder die Tastenkombination [Shift/Umschalten]+[cmd]+[A] drücken und dann doppelt auf die Programmdatei klicken.
Schneller geht’s mit der Suchfunktion “Spotlight”, die Sie über das Lupensymbol in der rechten oberen Ecke oder das Tastenkürzel [cmd]+[Leertaste] erreichen. Wenn Sie hier den Programmnamen (ein Teil des Namens reicht) eingeben, können Sie die Anwendung meist schneller starten.
Ebenfalls praktisch: Über das Apfelmenü (oben links) und den Befehl “Benutzte Objekte” greifen Sie blitzschnell auf die zuletzt gestarteten Programme zu.
Tipp 7: Die Sache mit der Menüleiste
Bei Windows ist die Sache klar: Menü und Programm gehören zusammen. Zu jedem Programm gibt es eine Menüleiste, die stets am oberen Rand des Programmfensters klebt. Nicht so bei Mac OS X. Hier sind Menüs und Programme getrennt. Die Menüzeile eines Programms befindet sich ausnahmslos immer am oberen Bildschirmrand. Selbst dann, wenn das Fenster verkleinert dargestellt oder versteckt ist.
Für Einsteiger ist es zunächst verwirrend, dass zum Beispiel die Menüs des Safari-Browsers weiterhin sichtbar sind, obwohl vom Safari-Fenster weit und breit nichts zu sehen ist. Das ist auf den ersten Blick ungewöhnlich, war beim Mac aber schon immer so.
Übrigens: Das erste Menü rechts neben dem Apfel-Symbol in der linken oberen Bildschirmecke trägt stets den Namen des gerade aktiven Programms.
Tipp 8: Das rote X beendet Programme – oder doch nicht?
Windows-Anwender sind es gewohnt, dass die X-Schaltfläche in der rechten oberen Ecke das jeweilige Programm schließt. Anders bei Mac OS X. Zwar gibt es hier ebenfalls eine Schaltfläche mit einem roten X (hier allerdings in der linken oberen Ecke), es hat aber eine andere Funktion. Damit wird nicht das jeweilige Programm, sondern nur das zugehörige Fenster geschlossen.
Das heißt in der Praxis: Nach einem Klick aufs rote X wird nur das jeweilige Fenster geschlossen – das Programm bleibt weiterhin geöffnet – erkennbar im Dock anhand des kleinen blauen Punkts unterhalb des Programmsymbols.
Um ein Programm wirklich zu schließen, wählen Sie aus dem Programmmenü (das erste Menü rechts neben dem Apfelsymbol) den Befehl “Beenden” oder drücken die Tastenkombination [cmd]+[Q].
Tipp 9: Warum werden die Fenster nicht groß?
Die Maximieren-Schaltfläche im Fensterrahmen vergrößert in der Windows-Welt das Fenster auf Maximalgröße. Auch bei Mac OS X gibt es eine Maximieren-Schaltfläche in Form einer grünen Plus-Schaltfläche in der linken oberen Fensterecke. Allerdings werden die Fenster damit nicht immer auf volle Bildschirmgröße vergrößert.
Das liegt daran, dass jeder Programmierer selbst festlegen kann, was “Maximalgröße” bedeutet. Bei einigen Programme werden die Fenster tatsächlich riesengroß, bei den meisten Anwendungen bleibt aber rechts oder links ein freier Rand. Wenn Sie das Fenster tatsächlich bildschirmfüllend darstellen möchten, müssen Sie selbst Hand anlegen und mithilfe des Anfassers in der rechten unteren Ecke das Fenster vergrößern.
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