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Kommunikation


Beitrag von Karin Mager, 21.02.2008, 02:00

Konfliktgespräche sofort positiv ver-wandeln

Viele Konfliktsituationen spitzen sich zu, weil die Kontrahenten zu sehr auf ihren eigenen Bedürfnissen beharren und den eigenen Standpunkt durchsetzen wollen. Dadurch wird der Weg aufeinander zu verbaut. Ein Beispiel:

Sabine und Hans machen einen Fahrradausflug. Kaum sind sie losgeradelt ergibt sich an einer Ampel folgender Dialog:
Sabine: „Hans, du hast aber einen flotten Fahrstil. Ich bin jetzt schon ganz außer Atem. Kannst du nicht ein bisschen langsamer radeln?“
Hans: „Na komm, ich fahr’ ja eh schon langsamer, weil ich sehe wie du keuchst. Aber so langsam durch die Gegend zockeln ist nicht mein Ding.“
Sabine: „Ich bin jetzt schon nach 20 Minuten völlig aus der Puste. Mehr geht nicht. Da musst du schon etwas mehr Rücksicht nehmen.“
Hans: “Was heißt hier Rücksicht nehmen! Ich sitze die ganze Woche im Büro. Wenn wir schon mal einen Ausflug machen, will ich mich auch richtig auspowern.“
Sabine: „Ich dachte, wir machen einen entspannten Ausflug. Ich möchte beim Radeln auch was von der Landschaft sehen und nicht völlig atemlos durch die Gegend jagen.“

Beide drücken zwar ihr eigenes Bedürfnis aus, haben aber wenig Aufmerksamkeit für das Bedürfnis des anderen.  In Konfliktsituationen möchte jeder gern die Oberhand behalten und hofft darauf, dass der andere nachgibt. Doch die Gefahr des destruktiven Schlagabtausches ist umso größer, je weniger jeder bereit für Zugeständnisse ist. Dabei lässt sich jedes Konfliktgespräch sofort positiv ver-wandeln, wenn der andere erkennt, dass wir auch seine oder ihre Bedürfnisse anerkennen und sie nicht einfach beiseite wischen. Am einfachsten tun wir das, indem wir die Bedürfnisse des Konfliktpartners in eigenen Worten widerspiegeln.

Sabine könnte sagen: „Also dir fällt es schwer, mal einen Gang runterzuschalten, weil dir das schnelle Fahren einfach Spaß macht und du es auch als Training verstehst.“
Hans könnte sagen: „Ich habe dich so verstanden: dir geht es beim Radfahren mehr ums Draußensein und die Gegend zu genießen.“

Wenn sie nun vom anderen ein zustimmendes „Ja, genau!“ oder „Ja, allerdings!“ hören, ist ihr Gegenüber dabei, ein wenig zu entspannen. Er bzw. sie fühlt sich verstanden, und damit wächst die Kooperationsbereitschaft – gute Aussichten für eine konstruktive Lösung. Hiermit haben Sie ein wesentliches Element für erfolgreiche Konfliktgespräche kennen gelernt. Weitere Elemente für eine faire Kommunikation werde ich Ihnen noch vorstellen.

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Tags: Kommunikation | Konfliktmanagement | Lebenshilfe | Paarkommunikation | Partnerschaft