Beitrag von Global Press, 11.12.2008, 12:29
Klimaschutz-Index 2009 zeichnet düsteres Bild
In keinem Land wird genug gegen den Klimawandel unternommen. Dies ist das ernüchternde Fazit des Klimaschutz-Index 2009. Vorgestellt worden ist er jetzt von Germanwatch und dem Climate Action Network Europe. Der auf dem Klimagipfel in Polen präsentierte Index vergleicht die Klimaschutzleistungen von 57 Industrie- und Schwellenländern, die zusammengenommen für 90 Prozent der weltweiten energiebedingten Emission von Kohlendioxid verantwortlich sein sollen.
Laut Jan Burck von Germanwatch ist die Gesamtemissionen im vergangenen Jahr schneller als jemals zuvor gewachsen. “Ob auf den oberen oder den unteren Plätzen, kein Land hat bei der Emissionsreduktion gut genug abgeschnitten, um sich eine Medaille zu verdienen,” erklärt der Experte. Dies war der Grund dafür, dass die Autoren der Studie die ersten drei Plätze des Rankings nicht vergeben haben.
Als die beste Nation unter den insgesamt schlecht bewerteten Ländern erlangte Schweden den vierten Platz, gefolgt von Deutschland und Frankreich. Doch das Ergebnis muss differenziert betrachtet werden, weil diese Länder aufgrund ihrer Neupositionierung in der Debatte um das EU Energie- und Klimapaket kritisiert werden. Diese neuen Entwicklungen, zu der diese drei Länder erheblich beitragen, sind bei der Erstellung des Index noch nicht berücksichtigt worden. Den 60. und damit letzten Platz der Auflistung belegt Saudi Arabien, geringfügig besser haben Kanada (Rang 59) und die USA (Position 58) abgeschnitten. Gemäß der Autoren des Reports schneiden diese drei Nationen in allen drei Indikatoren - Emissionstrend, Emissionsniveau und Klimapolitik - schlecht ab.
Aber auch Positives geht aus dem Bericht hervor. In verschiedenen Schwellenländern lassen sich positive Entwicklungen beobachten. Beispielsweise hat China, das gemeinhin als großer Umweltverschmutzer gilt, in der Bewertung der nationalen Politik erstaunlich gut abgeschnitten. Allerdings haben sich die konstruktiven Politikansätze bisher nicht entscheidend auf den Emissionstrend ausgewirkt. Mexiko (Platz 14) und Südafrika (Platz 34) werden insbesondere für ihre internationale Klimapolitik und Indien (Platz 7) für die verbesserte Nationalpolitik und die niedrigen Pro-Kopf-Emissionen mit vergleichsweise guten Positionen innerhalb des Rankings belohnt. (Gaby Schulemann-Maier/en-wid)
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