Beitrag von Thomas Michalsky, 30.04.2008, 09:05
Gips als Modellbaustoff
Gips gilt in der Gestaltung von Modellbahnlandschaften als recht einfach zu handhabender Baustoff. Doch sollte man auch hier einige kleine Tipps beachten:
1. Erster Grundsatz ist die Verwendung von sauberen Werkzeugen. Nichts ist schlimmer, als wenn sich von einem nicht gereinigten Spachtel oder dem Gipsbecher schon ausgehärtete Stückchen lösen und unter den frischen Gips gemischt werden.
2. Niemals das Wasser auf den anzurührenden Gips geben. Damit erzeugt man Klumpen, die sich später nur schwer oder überhaupt nicht entfernen bzw. zerkleinern lassen. Also zuerst die Wassermenge in den Mischbehälter geben und den Gips über die gesamte Wasserfläche verteilen. Das Mischungsverhältnis ist in der Regel auf der Verpackung angegeben. Als grobe Formel sollte das Verhältnis Wasser zu Gips ca. 1,5 : 1 sein.
Ist das eingestreute Pulver vollkommen durchfeuchtet, kann es verrührt werden. Zum Erreichen der gewünschten Konsistenz kann dann weiteres Pulver bzw. Wasser zugegeben werden.
3. Beim Einsatz des Gipsgemisches zur Landschaftsgestaltung sollte man beim Anmischen etwas Abtönfarbe zufügen. Das verbessert die Zähigkeit beim Auftragen und verhindert, dass später weiße Stellen durchschimmern. Die Farbmenge sollte allerdings nicht zu groß sein, da die Masse dann beim Austrocken zu Rissen neigt. Für Rasenflächen empfiehlt sich ein dunkles Grün, für Feldflächen ist Braun und für Felsen Grau von Vorteil. Dabei kann der Farbton ruhig kräftig ausfallen, da das Gipsgemisch beim Trocknen deutlich heller wird.
4. Ein, zwei Tropfen Spülmittel verlängern die Verarbeitungszeit und ermöglichen eine sehr glatte Oberflächenstruktur.
5. Das Auftragen des Gipsgemisches sollte nicht zu dick erfolgen, da auch hier die Gefahr besteht, dass es zu Rissen kommt. Für einen zügigen Trocknungsprozess ist eine Auftragdicke von 10 mm zu empfehlen. Zur Gestaltung von Felspartien ist dabei eine höhere Dicke notwendig, die endgültige Form muss hier in mehreren Schichten erfolgen. Die vorhergehende Schicht muss dabei durchgetrocknet sein. Aus Gewichtsgründen sollten derartige “Gipsberge” vermieden werden und durch entsprechende Untergrundstrukturen ersetzt werden.
6. Müssen Gestaltungsgegenstände in die Landschaft eingebracht werden (Brücken, Steine, Stützmauern etc.) sind diese vor dem Aufbringen der Gipsfläche zu platzieren, da sie nachträglich nur mit großem Aufwand einzusetzen sind.
7. Ein endgültiges Oberflächenfinish erfolgt, bevor die Masse anzutrocknen beginnt. Zu diesem Zeitpunkt lassen sich fließende Übergänge noch leicht gestalten. Die Herausarbeitung von Felsstrukturen wird an schon abgebundener aber noch nicht durchgetrockneter Masse durchgeführt.
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