Beitrag von Pia Helfferich, 28.01.2010, 00:07
Gertrud Scherf: Wildpflanzen neu entdecken
Wenn wir sie überhaupt wahrnehmen, stempeln wir sie gerne als Unkraut ab, dabei sind Wildpflanzen nicht nur jahrtausendelang ein wichtiges Element für den Alltag der Menschen gewesen und wurden mit Sagen umwoben, auch heute sind einige noch in unserem Leben integriert – zum Beispiel in Form von Waldmeisterbowle und Johanniskrauttee – bloß in der Peripherie des Lebens.
Das Buch „Wildpflanzen neu entdecken“ von Gertrud Scherf widmet sich der Aufgabe, die Leser die Pflanzen wieder erkennen zu lassen, ihre Merkmale und der Standort werden beschrieben. Darüber hinaus informiert die Autorin darüber, wie die Pflanze früher verwendet wurde, wie sie als Heil- und Nutzpflanze zum Einsatz kam und was man über diese Pflanze in der Geschichte weiß. So erfährt man beispielsweise über den Klatschmohn, dass er aus der asiatischen Steppe nach Europa kam, dass auch in altägyptischen Gräbern Klatschmohnkapseln gefunden wurden, und dass der Klatschmohn in der christlichen Malerei die Vergänglichkeit symbolisiert.
Daneben lernt man jedoch auch, welche Rolle die Pflanze im Brauchtum und in der Magie gespielt hat. Das Schöllkraut wurde beispielsweise gegen Warzen verwendet, man musste es jedoch auf dem Friedhof pflücken und bei Mondschein verwenden.
„Wildpflanzen neu entdecken“ ist auch für den Winter ein ideales Pflanzenbuch, wenn man Zeit hat, sich durch die märchenhafte Seite der Pflanzenwelt zu schmökern.
Gertrud Scherf: Wildpflanzen neu entdecken. BLV Buchverlag 2006. Hardcover, 175 Seite. EUR 14,95.
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