Beitrag von Sigrid Ruth Stephenson, 23.06.2008, 17:52
Erfolgreich Vasen in der Röhrentechnik töpfern
Vasen hat man eigentlich nie genug. Und eine einzelne Rose kommt ebenso wie ein bunter Bauernstrauß erst im passenden Gefäß richtig zur Geltung. Eine selbstgemachte Vase aus Ton hat viele Vorteile:
• Sie ist viel preiswerter als eine vergleichbare Designervase.
• Nur Sie werden eine solche Vase besitzen – sie ist einzigartig, ein Unikat.
• Die Vase lässt sich passend zum Geschirr oder zur Einrichtung gestalten.
• Man kann eine Serie aus mehreren kleinen Vasen gestalten, die – nebeneinander gestellt – ein wertvoll wirkendes Ensemble ergeben.
• Vom derben Krug bis hin zur modernen Vase ist alles möglich – von rustikal bis elegant.
Mit der Röhrentechnik kommt man schnell zum Erfolg. Als Hilfsmittel benötigt man eine Papprolle, die mit Klarsichtfolie umhüllt wird. Aus einer Tonplatte wird die Seitenwand in der gewünschten Höhe und Breite (Umfang messen!) ausgeschnitten. Die Längskanten werden mit einer feuchten Gabel oder einer Tonnadel angeraut. Legen Sie die Tonplatte um die Papprolle und verbinden beide Kanten mit Schlicker (mit Wasser pastös gemachter Ton). Rollen Sie das Ganze etwas. So wird die künftige Vase ein wenig weiter, was das spätere Herausziehen der Papprolle (ohne die Folie) ermöglicht. Bei hohen Vasen sollten Sie mit dem Herausziehen allerdings warten, bis die Wandung lederhart geworden ist. So kann die Vase sich nicht so leicht verformen oder in sich zusammen sinken.
Schneiden Sie eine passende runde Grundplatte zu, schlickern Sie den Vasenkörper an. Damit beide Teile zusammenhalten, sollten Sie so lange drücken, bis überflüssiger Schlicker austritt. Verstreichen Sie die Nahtstellen von außen und von innen. Zur Sicherheit können Sie innen noch eine kleine Tonwulst einlegen und zu beiden Seiten hin verstreichen.
Nun kommt der schönste Teil der Arbeit: das Dekorieren. Sie können geometrische Elemente aufsetzen – aus einer Tonplatte ausgeschnitten, Kügelchen, Tonwülste oder „Spaghetti“ (weicher Ton wird durch eine Knoblauchpresse gedrückt). Eine andere Möglichkeit ist es, den oberen Rand mit angefeuchteten Fingern dünner zu ziehen und gleichzeitig zu wellen. Es lassen sich Blüten aufsetzen oder Blätter – eine Callablüte etwa wirkt sehr elegant.
Bei aller Freude am Gestalten und Verschönern, sollte man jedoch den alten Leitsatz nicht vergessen: Weniger ist fast immer mehr. Die schönste Wirkung erreichen Sie, wenn Sie sich auf ein oder zwei gestalterische Ideen beschränken.
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