Beitrag von Pia Helfferich, 29.01.2010, 23:22
Ephraim Kishon: Das Kamel im Nadelöhr
Vor genau fünf Jahren starb der Satiriker Ephraim Kishon. Ein Anlass, um mal wieder ein Buch von ihm aus dem Regal zu ziehen. In „Das Kamel im Nadelöhr“ geht es, wie Kishon selbst schreibt, um „die menschliche Dreieinigkeit“, denn es bezieht sich „auf seine Schwäche, seine Habgier und vor allem auf seine Dummheit“.
Der Autor erzählt davon, mit welcher Tätigkeit sich seine zwölfjährige Tochter auf der sehnlichst gewünschten Reise nach Paris beschäftigte, wie der Satz eines Bademeisters eine Schar Männer für Stunden ins Schwimmbad bannte und wie sich die staatlichen Wassersparmaßnahmen auswirkten – und natürlich tritt auch die beste Ehefrau von allen auf. Ob es um private Geschichten, den Kampf gegen die Bürokratie oder um die israelische Politik geht, Kishon bleibt stets amüsant und eingängig und nimmt sich selbst von seinem Spott nicht aus.
Interessant ist in „Das Kamel im Nadelöhr“ auch der Prolog, in dem der Autor, auf die ihm eigene Art, über das Handwerk des Satirikers schreibt. Er zeigt an Beispielen, wie schmal der Grat der Komik ist, wie schnell man aus einer unkomischen eine komische Geschichte machen kann, indem man Gewichtungen leicht verschiebt.
Über sich selbst schrieb Kishon einmal: „1924 in Ungarn geboren, neugeboren 1949 in Israel. Zu viele Schulen. Zu viele Arbeitslager. Lebt in Tel Aviv als freier Schriftsteller, nachdem er sich zuvor als freier Schlosser im Kibbuz, freier Garagenbesitzer und in einer Reihe anderer freier Berufe betätigt hat.“
Ephraim Kishon: Das Kamel im Nadelöhr. Neue Satiren. München 2004.
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