Beitrag von Luegger, 10.03.2010, 18:22
Entstehung der Hunderassen Teil 1
Entstehung der Hunderassen
Unsere Hunde sind, wie wir alle wissen, die und treuesten und liebsten Gefährten der Menschen. Ihre Vorfahren sind die Wölfe, vor vielen Jahrtausenden wurden sie aus der Linie der Wölfe heraus gezüchtet.
Obwohl sich die Geister darüber streiten, wann und wo genau unsere heutigen Hunderassen ihren Ursprung hatten (so gibt es Wissenschaftler, die der Überzeugung sind, dass unsere Haushunde ihren Ursprung im ostasiatischen Raum hatten und von dort ihren Siegeszug als Haushund antraten), so gibt es doch eindeutige Beweise in Form von DNA –Analysen, dass domestizierte Wölfe ihre entfernten Verwandten waren.
Systematik
Ordnung:
Raubtiere (Carnivora)
Überfamilie:
Hundeartige (Canoidea)
Familie:
Hunde (Canidae)
Tribus:
Echte Hunde (Canini)
Gattung:
Canis
Art:
Wolf
Wissenschaftlicher Name Canis lupus Linnaeus 1758
Dass die Zähmung von Wölfen auch in anderen Gebieten der Erde zu ähnlich früher Zeit gelungen ist, belegen die Funde aus der 13.000 Jahre alten Freilandstation Mezin (Ukraine), der Unterkieferfund aus der Palegawra-Höhle im Irak und ähnlich alten Grabbeigaben bei Mallaha in Israel. Dort fanden Forscher das Grab eines Mannes, der vor etwa 10.000 Jahren bestattet worden war. Außergewöhnlich an diesem Grab ist die einzigartige Grabbeigabe. Mit ihm wurde ein 3 bis 5 Monate alter Welpe mit bestattet. Ungewöhnlich ist die Geste des Toten, so hatte er die Hand auf den toten Körper des Welpen gelegt. Dies legt nahe, dass schon zur damaligen Zeit die starke und innige Bindung zwischen Mensch und Hund erkannt und geschätzt wurde.
Eine Vermutung wie Wölfe domestiziert wurden, geht davon aus, dass sich vor etwa 14.000 Jahren Wölfe dem Menschen angeschlossen haben, um dessen Nahrungsreste zu vertilgen. Mit der Zeit wurden sie zutraulicher, und der Mensch erkannte ihren Nutzen. Eine andere Theorie ist, dass Wölfe zunächst als Fleischlieferanten dienten, ehe man herausfand, dass sie als Haustier anderen Nutzen haben konnten.
Wölfe siedelten sich mit der Zeit immer näher dem Menschen an, um so besser an Nahrung (Reste der Menschennahrung etc.) zu gelangen. Der Wolf hatte so ein leichteres Leben und gewöhnte sich mit der Zeit immer mehr an den Menschen, was dazu führte dass er gelehrig wurde und den Menschen irgendwann als Leittier anerkannte. Beide, der Mensch und der Wolf erkannten die Vorteile aus dieser Art der „Lebensgemeinschaft“ und lernten einander zu respektieren. So wurde beispielsweise das Jagen für beide leichter, indem Sie ihre geistigen und jagdlichen Fähigkeiten miteinander verknüpften.
Der Wolf könnte dem Menschen außerdem als Schutzhund dienen und vor Feinden oder anderen Tieren schützen. Er lernte mit der Zeit das Vieh zu hüten und viele andere Aufgaben zu bewältigen. Es entstand im Laufe der Zeit aus dem Wolf eine Vielzahl an verschiedenen Hunderassen. Heutzutage sind es weit mehr als 200 anerkannte Rassen. Die Hunderassen werden von der FCI, einer zentralen Organisation, die für die Rassestandards von Hunderassen zuständig ist, in 10 verschiedene Gruppen eingeteilt. Eine Gruppe ist zum Beispiel die Gruppe 1 – Hütehunde und Treibhunde, zu denen der Deutsche Schäferhund oder auch der Border Collie gehören. Weitere Gruppen sind beispielsweise die Windhunde mit Vertretern wie dem Afghanischen Windhund oder dem Irischen Wolfshund. Eine weitere beliebte Gruppe ist die Gruppe der Molosser mit Vertretern wie dem Deutschen Boxer oder dem Rottweiler. Alles in allem sind alle Hunde, egal welcher Rasse, vom Menschen zu respektieren und gut zu behandeln.
Siberian Husky: Ein Haushund mit sichtbarer Ähnlichkeit zum Wolf
Tschechoslowakischer Wolfshund
Die Verwandtschaft zum Wolf zeigt sich recht deutlich bei einigen Hunderassen; Hunde vom Urtyp (Gruppe 5 in der FCI-Klassifikation) wie der Samoyede, Siberian Husky, Alaskan Malamute, Kanaanhund oder der Akita Inu weisen einen ursprünglichen Typ mit spitzem Fang, spitzen Stehohren und quadratischem Körperbau auf; auch andere Rassen wie der Deutsche Schäferhund zeigen noch eine gewisse äußere Ähnlichkeit zum Wolf. Es ist jedoch ein Mythos, dass diese Rassen daher enger mit dem Wolf verwandt wären als andere.
Im 20. Jahrhundert wurde in Tschechien, aber auch in den Niederlanden und Italien mit Wolfseinkreuzungen experimentiert; Züchtungen wie der Saarloos-Wolfhund (FCI-Nr. 311) von Leendert Saarloos, der Tschechoslowakische Wolfhund (Československý Vlčák, FCI-Nr. 332) oder die Wolf-Schäferhund-Kreuzungszucht Lupo Italiano (von der FCI nicht anerkannt) gelten als gescheiterte Experimente. Wolfsverhalten schlagen bei diesen Tieren oft durch, sie sind dann ängstlich und scheu. Vom Halter erfordern diese Tiere fundierte Kenntnisse in Wolfs- und Hundeverhalten sowie außerordentlich viel Zeit und Einfühlungsvermögen, als Familien- und Begleithunde sind sie nicht geeignet.
Das Lautverhalten der Wolfs- und Schlittenhunde ähnelt dem der Wölfe, sie bellen kaum und wenn, dann nicht anhaltend, stattdessen jaulen und heulen sie in vielen Variationen.
Ein prachtvoller Alaskan Malamute wie er im Buche steht oder doch ein Wolf? Entscheiden Sie selbst!!
Hunde und Wölfe, so viel wissen wir genau, gehören beide zur Gattung der Caniden und haben ähnliche Merkmale:
1. 42 Zähne
2. 50-52 Wirbel (13 Nacken-, 13 Brust-, 7 Lenden-, 3 Kreuzbein- und 20-22 Steißbeinwirbel)
3. Eine kreisförmig kontrahierende Iris
4. Einen ähnlichen Geruchssinn
5. Ähnliche Krankheiten
6. Die Augen ihres Nachwuchses öffnen sich etwa im Alter von 14 Tagen
7. Ähnliches Verhalten
8. Einen außergewöhnlichen Orientierungssinn
9. Nächtliche Gewohnheiten
10. Einen Hang zum Graben
11. 9- wöchige Trächtigkeit
Die Geschichte des Wolfes
Noch Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Wolf beschrieben als „ungemein blutdürstig“, übermäßig gierig („würgt er viel mehr, als er fressen kann“) und „frisst auch seinesgleichen“; nach heutigen Erkenntnissen ist diese Charakterisierung aus Meyers Konversationslexikon von 1888 grundverkehrt. Diese Sichtweise, die den Erkenntnisstand der wissenschaftlichen Literatur dieser Zeit widerspiegelt, tradiert Vorstellungen vom Wolf, die sich erst im späten Mittelalter entwickelt hatten.
Die systematische Beobachtung des Wolfes mit modernen wissenschaftlichen Methoden, die über das Ausmessen gefangener Exemplare, kurzzeitige Beobachtungen und Vermutungen hinausgehen, begann erst Mitte des 20. Jahrhunderts. Sie fanden zunächst vorwiegend in Nordamerika statt, da es dort noch große, naturbelassene Gebiete mit gesunden Wolfspopulationen gibt, und da durch populäre Romane und Berichte (etwa Farley Mowats Never Cry Wolf oder Lois Crislers Arctic Wild und Captive Wild) das Bild vom Wolf als dem Untier schon relativiert worden war.
Als eine der wichtigsten frühen Arbeiten gelten heute die von L. David Mech auf der Isle Royale im Oberen See durchgeführten Langzeitbeobachtungen. Weitere wichtige Beiträge stammen beispielsweise von Adolph Murie (The Wolves of Mt. McKinley) und Henry S. Sharpe (Wolf and Man: Evolution in Parallel).
In Deutschland sorgten vor allem die jahrelangen Forschungsarbeiten und die Bücher von Erik Zimen für einen Wandel der Vorstellungen vom Wolf. Die Biologin Gesa Kluth hat sich in der Lausitz dem Schutz der Wölfe verschrieben.
Die vier Unterarten des Wolfes
Vier Unterarten des Wolfes hatten besonderen Einfluss auf die Entwicklung unserer heutigen Hunderassen:
Zum einen vermutet man, dass der indische Wolf Vorfahre des Dingos und des indischen Pariahundes war.
Die Urahnen des Dingos wanderten in Richtung Osten, bedingt durch die Wanderung der Menschen. Sie lebten schlussendlich als isolierte Hunderasse in Australien.
Systematik
Ordnung:
Raubtiere (Carnivora)
Überfamilie:
Hundeartige (Canoidea)
Familie:
Hunde (Canidae)
Gattung:
Canis
Art:
Wolf (Canis lupus)
Unterart:
Dingo
Wissenschaftlicher Name Canis lupus dingo
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