Beitrag von Pia Helfferich, 24.07.2008, 16:05
Ein Traumtagebuch führen
Marcel Proust drückt irgendwo in der „Recherche“ seine Verwunderung darüber aus, dass wir unser geträumtes Leben nicht als gleichwertig zu unserem wachen Leben betrachten. Wenn die Stimmung eines Traumes noch weit in den Vormittag hineinragt, wird eindrücklich klar, wie aufregend, farbenfroh und interessant diese Nachtseiten unseres Lebens sind, die wir gewöhnlich mit dem Weckerklingeln vergessen.
Das beste Mittel gegen das Vergessen unserer Träume ist das Führen eines Traumtagebuchs. Sobald man damit beginnt, setzt eine Art Trainingseffekt ein und man wird sich immer besser an die Träume erinnern können, die darüber hinaus auch immer klarer werden. Es ist nicht nur unterhaltsam, sich mit den eigenen Träumen zu beschäftigen, man wird sich selbst auch besser kennenlernen. Eventuell kann man sogar aus den nächtlichen Erlebnissen Entscheidungshilfen für das tägliche Leben ableiten.
Um die Erinnerungen an den Traum festzuhalten, empfiehlt es sich Notizheft und Stift bereitzulegen, sodass man noch im Bett liegend die Aufzeichnungen notieren kann. Dabei sollte man alles so genau und detailliert wie möglich aufschreiben. Was ist passiert? Wie sah die Welt aus? Wie fühlte man sich? Kann man sich nicht gut erinnern, reicht es erst einmal, bloß die Fetzen niederzuschreiben, die man erhaschen kann. Verblassen die Träume unmittelbar nach dem Aufwachen, kann es der Erinnerung auf die Sprünge helfen, wenn man noch einmal die Schlafhaltung einnimmt.
Vielleicht wirkt alles auf den ersten Blick konfus und unlogisch. Schaut man die Notizen nach einiger Zeit noch einmal an, erkennt man plötzlich Zusammenhänge und Muster.
Natürlich ist es nicht zwingend, die Träume aufzuschreiben. Man kann sie auch mithilfe eines Aufnahmegeräts festhalten. Viele mp3-Player und Handys haben eine Aufnahmefunktion. Wichtig ist nur, dass man das Gerät „im Schlaf“ bedienen kann und es griffbereit hat.
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