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lebenshilfe


Beitrag von Sigrid Ruth Stephenson, 02.06.2008, 10:12

Die Kunst der kleinen Schritte – Antoine de Saint-Exupéry

„Ich bitte nicht um Wunder und Visionen, Herr, sondern um die Kraft für den Alltag. Lehre mich die Kunst der kleinen Schritte.“ So beginnt ein berühmter Text von Antoine de Saint-Exupéry, der durch sein Buch „Der kleine Prinz“ den Beweis antritt, wie liebevoll er sich mit den tiefen Fragen des Menschseins beschäftigt hat.

Die Kunst der kleinen Schritte sieht für ihn so aus:
• findig und erfinderisch im täglichen Vielerlei und Allerlei zu sein
• Erkenntnisse und Erfahrungen zu notieren
• griffsicher zu sein in der richtigen Zeiteinteilung
• Fingerspitzengefühl zu haben, wenn es darum geht, Erstrangiges von Zweitrangigem zu unterscheiden
• zu erkennen, dass Träume nicht weiterhelfen – weder solche über die Vergangenheit noch solche über die Zukunft
• die jetzige Stunde als die wichtigste zu erkennen

Damit macht er klar, dass jeder Mensch unzählige Dinge in seinem Alltag zu bewältigen hat. Neue Lösungen zu finden, das geht nicht ohne Mut, Ausdauer, Fantasie und ein wenig Experimentierfreude. Was man endlich begriffen und als gut befunden hat, sollte man aufschreiben – vielleicht in ein Büchlein mit dem Titel “Erkenntnisse”.

Zeit fließt dahin, jede Minute ist wertvoll. Man sollte sie nutzen und dennoch versuchen, entspannt zu bleiben. Besonders bei Dingen, die absolut keinen Spaß machen, lohnt sich ein Nachdenken darüber, ob man sich diesen (vermeintlichen) Pflichten nicht entziehen kann.

Nicht alles, was im Moment interessant und verlockend erscheint, ist auch das, was zuerst getan werden sollte. Wer sich eine Liste macht mit den fünf wichtigsten Punkten des Tages und diese in der festgelegten Reihenfolge abarbeitet, kommt täglich voran. Danach bleibt immer noch Zeit für Zweitrangiges.

Wer träumt nicht gern von der Vergangenheit oder einer glücklichen Zukunft? Viele Menschen lieben ihre Tagträume als Inseln des Rückzugs. Träumen ist erlaubt – hin und wieder. Dann aber ist es wichtig, auf den Boden der Tatsachen zurückzufinden und vom Nachdenken und Drüberreden zum TUN zu gelangen.

Wir leben im „Hier und Jetzt“. Nichts lässt sich zurückholen, und wenn wir noch so gern einen tollen Urlaub noch einmal erleben oder von neuem den Zauber einer jungen Liebe erleben würden. Wer das beachtet, kann jeden Moment bewusst und dankbar erleben. Dann kann sogar etwas so Normales wie ein tiefer Atemzug Glück bedeuten.

Saint-Exupéry, im Sommer 1900 geboren, war Spross einer der ältesten französischen Adelsfamilien. Das hielt ihn nicht davon ab, sich mit den Problemen „gewöhnlicher Sterblicher“ zu befassen. Mit einer Sondererlaubnis startete er 1944 zu einem letzten Erkundungsflug, nachdem man ihn aus der Fliegerstaffel in Algier nach einer Bruchlandung entlassen hatte. Von diesem letzten Flug kam er nicht lebend zurück. Er starb jung – doch noch heute füllen seine Bücher die Regale und seine Ideen Menschenherzen.

Buchtipp: „Der Weg zum Lebensglück“, Fotos und Meditationen zu Texten von Saint-Exupéry, Hermann Multhaupt, ISBN 3-7462-1760-1

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Tags: Aktivität | Die Kunst der kleinen Schritte | Entspannung | Hier und Jetzt | Saint-Exupéry | Tagträume | Wohlbefinden | Zeiteinteilung



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