Beitrag von Pia Helfferich, 12.11.2007, 11:43
Die Kosten einer Veröffentlichung
Diese Rechnung ist schnell gemacht: Für den Autor belaufen sich die Kosten für eine Veröffentlichung auf exakt null Euro. Alles andere fällt in den Bereich unseriöses Angebot. Es ist ganz einfach: Der Autor stellt ein Produkt her, verkauft dieses Produkt und erhält dafür Geld. Warum sollte ein Bäcker seinen Kunden mit dem Brot sein Geld über die Theke reichen?
Die Realität sieht jedoch oft anders aus. Immer wieder werden Autoren genötigt, ihre eigene Veröffentlichung doch bitteschön zu bezahlen. Das fängt ganz harmlos an. Für eine Anthologie werden Texte gesucht, die Autoren erhalten weder ein Honorar noch ein Belegexemplar, sondern sollen das Buch kaufen. Die paar Euro zahlt jeder gern, der seinen Text endlich einmal gedruckt sehen möchte. Doch es ist falsch das zu tun, denn sollte man sich wirklich an einem Geschäft beteiligen, bei dem viele ihre Arbeit einbringen und nur einer profitiert?
Eine Gangart schlimmer sind Anthologien, deren Herausgeber von den „ausgewählten Autoren“ pro Druckseite eine Kostenbeteiligung verlangen. Hier heißt es erst recht: Finger weg. Eine unüberschaubare Zahl an Anthologien sucht Beiträge, niemand ist gezwungen, sich an einem unredlichen Projekt zu beteiligen, um überhaupt zu veröffentlichen.
Wenn es um Romane geht, wird die Veröffentlichung für unerfahrene Autoren richtig teuer. Mehrere tausend Euro sollen sie zahlen, werden angelockt mit Lobeshymnen über ihren Schreibstil und dem Versprechen, dass das Geld gut investiert sei, denn man bekäme ja in Zukunft viel Geld für all die verkauften Bücher. Vergessen Sie das ganz schnell wieder. Ihr Buch wird niemand zu Gesicht bekommen, denn es wird nicht beworben und keine Zeitung wird es rezensieren. Ein seriöser Verlag verlangt für keine Dienstleistung Geld, auch nicht für ein Lektorat, und sei es noch so aufwendig. Für wenig Geld können Sie zu einem Drucker gehen und die Herstellung ihres Buches selbst übernehmen oder sie entscheiden sich für das Book on Demand-Verfahren. Der Drucker wird Sie leider nicht damit umschmeicheln, dass Sie einen wunderschönen Schreibstil haben, aber er wird Ihnen auch nur das in Rechnung stellen, was er tatsächlich geleistet hat.
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