Beitrag von Detlef Schulz, 28.03.2008, 09:52
Das AppleScript-Dateiformat “Skript” und seine Optionen
Ein AppleScript lässt sich im Skripteditor über “Sichern unter” in fünf verschiedenen Formaten abspeichern, wobei jedes dieser Formate seine eigenen Vor- und Nachteile hat. Das “Skript-Format” ist dabei die ursprüngliche Art, ein AppleScript zu speichern, und das Standardformat beim normalen Sichern.
Hierbei wird das Skript in kompilierter Form auf die Festplatte geschrieben - es handelt sich um eine Datei und nicht um ein Bundle.
Wenn Sie auf die Datei doppelklicken, wird das Skript nicht gleich gestartet, sondern im Skripteditor zur Bearbeitung geöffnet. Dieses Format eignet sich damit also vor allem für Skripte, die noch in Bearbeitung sind oder die häufiger Änderungen bedürfen.
Abb. 1: Das Icon eines AppleScripts im Skript-Format mit dem Dateikürzel “scpt”.
Eine Anmerkung für “alte Hasen”: Im Gegensatz zu klassischen Zeiten wird ein Skript jetzt nicht mehr in der Resource-Fork gespeichert, sondern in der Data-Fork. Damit geht es nun nicht mehr unbedingt kaputt, wenn es einmal den Weg aus der Apple-Welt herausfinden sollte. Zudem ist damit die maximale Größe von 65000 Byte für ein Skript endlich gefallen. Im Skripteditor selbst gibt es keine Möglichkeit mehr, ein Skript dieser Art zu erstellen, wohl aber im “Script Debugger” von Late Night Software. Ein Skript im Dateiformat “Skript” hat auch noch eine Type- und Creator-Kennung - und zwar den Type “osas” und den Creator “ToyS”.
Ein als “Skript” gespeichertes AppleScript erhält die Dateiendung “.scpt”.
Falls Sie das Dateikürzel nicht sehen, schalten Sie im Finder “Alle Suffixe einblenden” in der Tafel “Erweitert” im Menü “Finder > Einstellungen” ein.
Abb. 2: Die Dateiformate und Optionen im “Sichern unter"-Dialog des Skripteditors
Die Option “Nur ausführbar”
Beim Sichern als Skript steht Ihnen als einzige Option “Nur ausführbar” zur Verfügung. Wenn Sie diese Option beim Sichern ankreuzen, kann das so gesicherte Skript nicht mehr geöffnet und bearbeitet werden. Da es sich bei dem Format “Skript” aber um kein Programm-Format handelt, kann das Skript auch nicht mehr gestartet werden! Bei einem Doppelklick erhalten Sie daher eine Fehlermeldung.
Mit anderen Worten: Lassen Sie größte Vorsicht mit dieser Option walten!
In Kombination mit dem Skript-Format eignet sich diese Option daher nur für die Fälle, in denen dieses Skript in einem anderen als Bibliothek geladen wird (per “load script"-Befehl). Damit können dann in diesem geladenen Skript die Handler aufgerufen werden. Der Zugriff auf den Code selbst bleibt Ihnen aber auf ewig versperrt. Sie sollten daher vorher genau die Handler in diesem Skript dokumentieren. Wenn Sie deren Namen vergessen oder nicht mehr wissen, was Sie tun, ist das Skript wertlos.
Diese Option sollten Sie also wirklich nur dann ankreuzen, wenn Sie nicht wollen, dass andere in Ihrem Code “herumschnüffeln”. Geschwindigkeitsvorteile bei der Ausführung bringt diese Option kaum, da beide Varianten in kompilierter Form vorliegen. Das “nur ausführbare” Script ist nur etwas kompakter, da zum Beispiel die Kommentare darin fehlen. Die Variablen- und Funktionsnamen bleiben aber auch in dieser Datei weiterhin im Klartext erkennbar, wenn man das Skript zum Beispiel in einem Texteditor öffnet. Einen absoluten Schutz vor Codespionage bietet diese Option also keineswegs!
Die Option “Nur ausführbar” ist also der sicherste Weg, um sich auf ewig von seinem Werk auszuschließen. Kreuzen Sie diese Option wirklich nur dann an, wenn Sie das Skript unter anderem Namen sichern und mindestens eine Kopie in bearbeitbarer Form vorliegen haben. Ansonsten sind unter Umständen die vielen Stunden an Arbeit daran verloren.
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