Beitrag von Miriam Betancourt, 20.03.2008, 10:52
Chinesische Medizin: Frühling im Zeichen des Holzes (2)
Im Frühling blüht nicht nur die Natur überall um uns herum. Auch wir verspüren eine Aufbruchstimmung. Bei den ersten Sonnenstrahlen fällt der Gang aus dem Bett viel leichter: Mit Offenheit, Neugier, Lust auf Neues und Begeisterung gehen wir ans Werk. Wir verfolgen flexibel unsere Ziele, auch wenn zwischendurch etwas mal nicht so klappen will, finden wir einen Umweg – das sind Stärken der Wandlungsphase Holz in der Chinesischen Medizin. Ist diese expansive Kraft jedoch gestört, kommt es schnell zu Blockaden.
Steht unserem Schwung ein Hindernis entgegen, zeigt sich das geschwächte Holz durch Null-Bock-Stimmung. Schließlich brechen die angestauten Energien durch und zeigen sich als Zorn und Ärger. So kommt es zu Gereiztheit und emotionaler Anspannung. Körperlich zeigt sich dies unter anderem durch Kopfschmerzen, Heuschnupfen, Ischias oder Problemen von Augen, Leber und Gallenblase. Man verliert zum Beispiel die Weitsicht oder es kommt einem “die Galle hoch”.
Für den Frühling stehen in der chinesischen Ernährungslehre saure Lebensmittel. Das bedeutet aber nicht, jetzt nur noch saure Lebensmittel zu essen. Ein bisschen reicht. Es hilft auch nicht, ganz viel saure Äpfel zu vertilgen oder als Saft zu trinken, um neue Visionen zu bekommen. Dieses Vorgehen würde das innere Gleichgewicht stören und so eher gegenteilig wirken. Aber die Symbolik des Holzes kann verstehen helfen, warum wir zu bestimmten Jahreszeiten, in bestimmten Lebensphasen oder einzelnen Situationen auf bestimmte Lebensmittel Appetit haben.
So hilft zum Beispiel bei großer Anspannung ein Glas erfrischender Obst-Saft, um sich wieder zu sammeln.
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