Beitrag von Astrid Dlugokinski-Thoma, 23.03.2008, 21:50
Blumengesteck: Narzissen und Artischocken
Um die Narzisse ranken sich viele Mythen und Märchen. Meine Lieblingslegende ist die griechische, aufgeschrieben von dem römischen Dichter Ovid. Sie ist gleichzeitig traurig und zuversichtlich, optimistisch, voller Hoffnung auf die Wiederkehr des ewig Schönen: ![]()
Einer griechischen Sage nach war ein Jüngling namens Narziss unsterblich in sich selbst verliebt. Wann immer es ging, setzte er sich an das Ufer eines Sees und schmachtete sein Spiegelbild im Wasser an. Eines Tages fiel ein Blatt von einem Uferbaum und erzeugte Wellen. Narziss hielt sich für immer entstellt und häßich. Er konnte sein verzerrtes Spiegelbild nicht verwinden. Vor Gram darüber starb er. An dieser Stelle wuchs übers Jahr eine wunderschöne Blume, die mit ihrem Blütenkopf immer nach einem Spiegel zu suchen schien. Sie wurde – nach diesem Jüngling – Narzisse genannt.
Den angeborenen Wesenszug dieser Egomanen berücksichtigt das Gesteck mit Artischocken und Narzissen. Sie sehen aus, als würden sie allesamt in einen Spiegel schauen. Wegen ihrer Extravaganz erhalten sie einen besonderen Platz – einen ganz besonderen. In diesem Arbeitszimmer eines Komponisten steht alles an seinem Platz. Je kreativer ein Mensch, umso ordentlicher muß es in seiner Umgebung sein. Selbst wenn Außenstehende diese Ordnung nicht als solche erkennen. Pfeifen, Bücher, Noten, Geigenstütze… alles steht, liegt hängt an seinem Platz. Ein Handgriff, und das gesuchte Teil muss zur Verfügung stehen. Sobald das Suchen anfängt, stockt der Gedankenfluss.
Wichtig ist auch ein Blumengesteck – immer am gleichen Platz. Blumen sind ein ruhender Pol, wenn die Gedanken abschweifen. ![]()
Die Verbindung Narzisse
Künstler beruht auf Gegenseitigkeit. Wegen ihrer Einmaligkeit wurde die Blume von vielen Schriftstellern als Sinnbild für Frühling und Schönheit gerühmt.
„Narzissus und die Tulipan
Die ziehen sich viel schöner an,
Als Salomonis Seide“
Diese Strophe des bekannten Liedes „Geh aus, mein Herz und suche Freud“ stammt vom Kirchenlieddichter Paul Gerhardt. Eines von vielen Gedichten um die Narzisse.
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