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Beitrag von dpa, 19.08.2008, 14:35

Azubis sollten nicht unüberlegt kündigen

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Frustrierte Auszubildende sollten nicht zu schnell das Handtuch werfen. «Wir raten in jedem Fall, die Stelle nicht zu kündigen, bevor man etwas Neues hat», sagt René Rudolf vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) in Berlin.

Wenn die Unzufriedenheit mit der Lehrstelle groß ist, sollte zunächst geklärt werden, ob sich an der Situation etwas ändern lässt: «Viele Probleme lassen sich lösen.» Dass Jugendliche mit ihrem Ausbildungsplatz nicht glücklich sind, sei kein seltener Fall: «Manchmal liegt das daran, dass ihre Vorstellungen über den Beruf ganz anders waren als die Realität», erläutert Rudolf. «Zum Teil ist aber auch die mangelnde Qualität der Ausbildung der Grund - etwa, wenn die Jugendlichen das Gefühl haben, nur als billige Aushilfskräfte benutzt zu werden.» Erfahrungsgemäß sei die Abbrecherquote gerade da sehr hoch, wo die Ausbildungsqualität niedrig ist.

Jugendliche, die sicher sind, dass sie es in ihrem Ausbildungsbetrieb nicht aushalten, sollten andererseits aber auch nicht zu lange warten. Ein Wechsel lasse sich in der Regel umso unkomplizierter organisieren, je früher er angegangen wird, so der DGB-Bundesjugendsekretär. Denn während der viermonatigen Probezeit dürfen beide Seiten den Ausbildungsvertrag jederzeit fristlos kündigen. «Danach wird es etwas schwieriger.» Dann kann nach Paragraf 22 des Berufsbildungsgesetzes nur aus einem wichtigen Grund ohne Einhalten der Kündigungsfrist oder mit einer Kündigungsfrist von vier Wochen gekündigt werden.

Tatsächlich sei es häufig so, dass Azubis relativ schnell merkten, dass sie in ihrem Betrieb nicht glücklich werden und dann lieber noch wechseln. Zum Anfang des Ausbildungsjahres sei das oft noch möglich. «Ausbildungsplätze gibt es aber nicht in Hülle und Fülle», sagte Rudolf. Auch deshalb sollten sich Jugendliche rechtzeitig auf die Suche nach einer Alternative machen, bevor sie ihren Vertrag kündigen. Sich nach dem Wechsel in der neuen Stelle zurechtzufinden und in den Stoff einzuarbeiten, sei nach wenigen Wochen meistens keine unüberwindliche Hürde. «Irgendwann ist der Zug aber abgefahren», sagt der DGB-Experte. Und nach dem Dezember des neuen Ausbildungsjahres stellten Unternehmen auch praktisch keine Azubis mehr ein.

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