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Literatur und Bücher


Beitrag von Pia Helfferich, 29.09.2008, 14:53

Aus der Kinderperspektive

Irgendwann wird es nötig, aus einer Kinder-Perspektive zu schreiben. Entweder möchte man autobiografisch ein Erlebnis aus dieser Zeit festhalten, oder man erfindet eine tragende Kinderfigur für eine fiktionale Geschichte. Das Problem ist das gleiche: Wie spricht ein Kind in diesem Alter und zu dieser Zeit? Wie denkt und handelt es? Während man das Sprechen und Handeln notfalls beobachten kann ist der Zeitbezug schon schwieriger. Ein Vierjähriger wird heute anders reden als ein Vierjähriger es 1951 tat, schon allein, weil 1951 noch Spongebob-frei war.

Eine Hilfe, besonders bei autobiografischen Texten, kann folgender Weg sein: Man schreibt zuerst ein Ereignis aus der Kindheit so auf, wie man eben eine Erinnerung erzählt: aus der Perspektive von heute, mit dem Wissen und der Stimme von heute. Dann schreibt man das Ereignis ein zweites Mal auf, allerdings versucht man dieses Mal strikt, als das Kind zu erzählen, dass man damals war. Der Text soll nicht „schön“ werden, sondern möglichst authentisch. Ein gutes Erinnerungsvermögen ist von Nöten, dann fällt einem hoffentlich wieder ein, was man in diesem Moment gefühlt und wie man das benannt und ausgedrückt hat. Was hat man in diesem Moment tatsächlich wahrgenommen? Welche sinnlichen Eindrücke waren wichtig?  Jede Wertung und Kommentierung des erwachsenen Autors muss in diesem Text vermieden werden.

Da dies eine Übung ist, muss es sich unbedingt um ein Ereignis aus der eigenen Kindheit handeln. Die Erfahrungen, die man bei dieser Übung macht, kann man dann immer noch auf eine fiktionale Figur transformieren.

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Tags: Autobiografie | Autor | Erinnerung | erwachsen | Figur | Kind | Kindheit | Perspektive | schreiben | Sprache | Wertung