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Internet


Beitrag von Mirko Müller, 08.01.2008, 18:07

Adobe spioniert Nutzer aus. So schützen Sie sich.

Süddeutsche Zeitung - wer sie liest sieht mehr!

Lange wurde es vermutet, jetzt ist es raus: Adobe spioniert seine Nutzer aus und sendet persönliche Informationen über das Web an die Adobe-Zentrale. Betroffen sind alle Nutzer des Grafik- und Bildbearbeitungspakets Adobe Creative Suite 3 (CS3). Hierzu gehören die Programme Adobe InDesign CS3, Adobe Photoshop CS3, Adobe Illustrator, Adobe Acrobat 8, Adobe Flash CS3, Adobe Dreamweaver CS3, Adobe Fireworks CS3, Adobe Contribute, Adobe After Effects CS3, Adobe Premiere Pro CS3, Adobe Soundbooth, Adobe Encore CS3 und Adobe OnLocation CS3.

Zu statistischen Zwecken übermitteln die Programme unter anderem folgende Informationen:

- News-Meldungen, die in den Startbildschirmen der Creative-Suite-Anwendungen eingeblendet werden
- Informationen von Adobe, die in der Adobe Bridge-Variante des Opera-Browsers erscheinen
- Alle Anfrage, die über die Online-Hilfe und Nutzerforen gestellt werden

Das Pikante dabei: Alle Informationen werden an die Zieladresse 192.168.112.2O7.net übermittelt. Die sieht auf den ersten Blick aus wie eine harmlose IP-Adresse aus dem eigenen Netzwerbereich. Alle IP-Adressen, die mit 192.168. beginnen, sind eigentlich für lokale Netzwerke reserviert. Wer genauer hinschaut, erkennt, dass die Ziffer 0 in der Zahl 207 in Wirklichkeit der Buchstabe O ist. Und schon handelt es sich nicht um eine lokale Netzwerkadresse, sondern eine ganz normale Webseite der Domain 2o7.net, die von der Werbefirma Omniture betrieben wird. Ganz schön geschickt. Denn so getarnt lassen sich die erschnüffelten Informationen ganz einfach an der Firewall vorbeischleusen.

Zum Glück können Sie dem Versteckspiel mit der getarnten Netzwerkadresse ganz schnell ein Ende setzen. Hierzu sperren Sie in Ihrer Firewall einfach die Domain 2o7.net. Alternativ hierzu können Sie auch die Hosts-Datei des Rechners anpassen. Damit wird der Zugang zur Webseite 192.168.112.2O7.net ebenfalls gesperrt. Und das geht so:

1. Starten Sie den Windows-Explorer, und wechseln Sie in den Ordner

C:\Windows\System32\drivers\etc

2. Wichtig bei Windows Vista: Bevor Sie die Hosts-Datei bearbeiten können, müssen Sie den Schreibschutz aufheben. Hierzu klicken Sie mit der rechten Maustaste auf die Datei hosts und wählen den Befehl “Eigenschaften”. Wechseln Sie in das Register “Sicherheit”, markieren Sie Ihren Benutzernamen, und klicken Sie auf “Bearbeiten”. Kreuzen Sie das Kontrollkästchen “Ändern” an, und schließen Sie das Fenster mit “OK”.

3. Klicken Sie doppelt auf die Datei “hosts”, und öffnen Sie sie im “Editor”.

4. Gehen Sie mit [Strg]+[Ende] an das Ende der Datei, fügen Sie mit der [Eingabe]-Taste eine neue Zeile ein, und ergänzen folgende Zeile:

127.0.0.1 192.168.112.2O7.net

Wichtig dabei: Bei 2O7.net handelt es sich nicht um die Ziffer 0, sondern den Großbuchstaben O.

5. Achten Sie zudem darauf, dass am Ende der Datei eine zusätzliche Leerzeile steht - ansonsten würde Windows die letzte Zeile nicht auslesen. Hierzu drücken Sie am Ende der Datei zwei Mal die [Eingabe]-Taste.

Die Hosts-Textdatei sollte dann zum Beispiel folgendermaßen aussehen:

image

5. Speichern Sie die Datei.

Das war’s. Ab sofort ist kein Zugriff mehr auf die Webseite 192.168.112.2O7.net möglich. Das können Sie leicht testen. Geben Sie die Adresse

192.168.112.2O7.net

im Browser ein. Als Meldung erscheint im Firefox zum Beispiel “Fehler: Verbindung fehlgeschlagen”. Der Internet Explorer führt automatisch eine Suche beim Suchdienst Live.com durch – das ist ebenfalls ein gutes Zeichen, dass die Webseite nicht mehr erreichbar ist.

image

Übrigens: Die Hosts-Datei gibt es auch unter Linux und bei Apple MAC OS X. Hier finden Sie die Hosts-Datei im Verzeichnis /etc. Auch hier gilt: Wenn Sie die oben genannte Zeile eintragen, gehen die Anfragen an die versteckte Adresse 2O7.net ins Leere.

Wem das Bearbeiten der Hosts-Datei zu aufwändig ist, kann sich alternativ beim Anbieter Omniture (dem Betreiber der Webseite 2O7.net) nach dem sogenannten Opt-Out-Verfahren sperren lassen. Dabei teilen Sie dem Anbieter mit, dass ab sofort keine Daten mehr übermittelt werden sollen.

1. Rufen Sie die Webseite

http://www.omniture.com/privacy/2o7?f=2o7#optout

auf.

2. Klicken Sie am Ende der Seite auf Click Here To Opt-Out of 2o7.net Cookie Tracking Now.

3. Klicken Sie im nächsten Fenster in der Zeile Opt-Out auf Click Here.

image

4. Damit wird auf Ihrem ein sogenanntes Opt-Out-Cookie gesetzt. Findet der Omniture-Dienst dieses Cookie auf Ihrem Rechner, werden keine Nutzungsdaten an Omniture übermittelt.

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Allerdings funktioniert diese Methode nur so lange, wie die Cookie-Datei auf Ihrem Rechner liegt. Wenn Sie zum Beispiel Cookies löschen oder Cookies generell blockieren, ist diese Variante unwirksam. Besser und sicherer ist die die Bearbeitung der Hosts-Datei - dann kommt garantiert nichts durch.


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Themen: E-Mail Abo | Internet | Sicherheit
Tags: Adobe | Creative Suite | CS3 | Hosts | Omniture | Windows | Windows Vista | Windows XP