Beitrag von Global Press, 03.05.2012, 13:29
Ultraschall verringert OP-Komplikationen
Die Hände schlafen ein, die Fingerspitzen kribbeln, brennen oder sind pelzig. Manchmal strahlt der Schmerz bis in den Oberarm. Das sogenannte Karpaltunnelsyndrom tritt vor allem bei Menschen auf, die ihre Hände beruflich stark belasten. Ursache sind meist Ödeme oder Entzündungen, die auf die Nerven in der Handwurzel drücken. Selten stecken aber auch Tumore oder Blutgerinnsel hinter dieser meist schmerzhaften Erkrankung. Erfolgt die Diagnose zu spät, verlieren die Betroffenen das Gefühl in Daumen, Zeigefinger und Mittelfinger. Dann muss operiert werden. Jährlich werden in Deutschland rund 300 000 operative Eingriffe am Medianusnerv im Karpaltunnel durchgeführt. „Allerdings verläuft diese Operation nur bei etwa 75 Prozent der Fälle sehr gut. Mitunter lindert der Eingriff die Beschwerden nicht“, bemängelt der Neurophysiologe Professor Detlef Claus von der Deutschen Gesellschaft für Klinische Neurophysiologie und funktionelle Bildgebung (DGKN). Denn häufig wird die Ursache für ein Karpaltunnelsyndrom vor der Operation nicht ausreichend abgeklärt. Würden erfahrene Ärzte die Diagnose durch elektrophysiologische Verfahren mit Ultraschallbildern ergänzen, könnte die Ursache der Beschwerden präzisiert und Operationen besser geplant werden. Aktuelle Studien, so die DGKN, zeigten, dass hochauflösender Ultraschall zusätzlich helfe, die Ursachen der Beschwerden zu identifizieren. „Mit diesem Wissen kann der Arzt die Operation gezielter angehen“, so Professor Claus. (Annette Bulut/mp)
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